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| Bücherliste |
Hier haben wir für alle Interessierte eine Liste zusammengestellt (Stand: 16. September 2000), die die deutschen Bücher rund um das Thema Titanic oder auch Schifffahrt im ganz Allgemeinen auflistet. Die Bücherliste hat nicht den Anspruch, vollständig zu sein. Sie soll nur einen ungefähren Überblick über die Flut von Erscheinungen geben. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Bei den angegebenen Buchpreisen handelt es sich um offizielle Listenpreise, die natürlich von aktuellen Angeboten abweichen können. Zur leichteren Suche haben wir die Bücher in 9 verschiedene Kategorien unterteilt: 1.) Sachbücher 3.) Kinder- und Jugendliteratur 5.) Science Fiction 6.) Sonstige Schiffe 7.) Themenfremdes (Mit Titanic im Namen etc.) 8.) Hörspiele 9.) Sonstiges:Ausstellungskataloge/Kalender/Sondererscheinungen... |
| Buchbesprechung |
| Dampfer Titanic: Eisberg voraus - Die letzten Stunden vor der Kollision neu untersucht - von Susanne Störmer |
Diese Buchbesprechung stammt von Dustin Kacmarczyk, Mitglied der Bücher-AG und Autor der Rubrik "Aus der Schiffsbücherei" Susanne Störmer zählt zu einer der führenden Titanic-Forscherinnen Deutschlands. Den meisten wohlbekannt als Mitbegründerin des TIC und Historikerin, hat sie die meisten Bücher zum Thema in Deutschland veröffentlicht. Mit ihrer Biographie des 1. Offiziers hat sie auch international Beachtung erlangt und brachte im Jahre 2003 eine deutschsprachige Übersetzung eines Buches über die Californian-Thematik heraus. Kritische Fragen zu stellen und einen offiziell anerkannten Sachverhalt zu hinterfragen ist immer eine heikle Sache, da man Gefahr läuft, gegen manifestierte Meinungen zu rennen. In ihrem neuen Buch „Dampfer Titanic – Eisbergvoraus“ widmet sich Susanne Störmer drei bisher kaum groß hinterfragten Bereichen: die Eiswarnungen am 14. April, die letzte Wache und das Ausweichmanöver. Allgemein ist bekannt, dass Eiswarnungen am 14. April auf der Titanic eintrafen, doch welche Meldung genau was aussagte bzw. welche an die Brücke weitergeleitet wurden und welche Offiziere von welcher Meldung Kenntnis hatten, ist da schon schwieriger zu eruieren. Auch die Anwesenheit des Kapitäns auf der Brücke vor der Kollision ist in einschlägigen Büchern klar definiert und auch das Ausweichmanöver hat seinen Platz in der Geschichte gefunden. Es ist gewagt sich gegen solche „Tatsachen“ zu erheben, doch sind bei diesen drei Punkten zu viele Vorgänge und Ereignisse im Dunkeln geblieben und zu wenig plausible Antworten gefunden worden. Im Laufe der Jahrzehnte sind viele Aussagen so zurechtgebogen worden, wie man sie als Autor vielleicht gebraucht hat. Susanne Störmer hat sich mit den offiziellen und schriftstellerischen Versionen so nicht zufrieden gegeben und den Aussagen der Überlebenden neue Beachtung geschenkt. Es ist eine Detektivarbeit, die aber durchaus nicht vergebens war. Wer mit diesem Buch unvoreingenommen „ins Gericht“ geht, wird neue und spannende Sichtweisen vorfinden. Denn nach Aussagen von überlebenden Offizieren ist es gar nicht so klar, wann der Kapitän auf der Brücke war und wann nicht oder welcher Offizier welche Eiswarnung wann gesehen hat und sich später versucht hat, sich nicht mehr daran zu erinnern. Denn eines ist klar: Es waren Menschen die vor Untersuchungsausschüssen aussagten und teilweise durchaus eigene Interessen daran hatten, u. a. weiter bei der Reederei beschäftigt zu bleiben. Warum beklagte sich der Ausguckposten Fleet im Rettungsboot, dass man seinen Warnungen keine Beachtung im Vorfeld schenkte? Warum war das Ausweichmanöver nicht so stark von den Passagieren zu spüren, wie es eigentlich hätte zu spüren sein müssen, wenn es so gegeben worden war? Warum veränderten die Befragten z. T. ihre Meinung vor dem britischen Untersuchungsausschuss? Hier kommt die Autorin mit neu ausgelegten Quellen zum tragen. Hauptquellen sind die beiden Untersuchungsausschüsse und es ist eine reine Quellenarbeit, denn heute kann man keinen Beteiligten mehr fragen. Susanne Störmers Theorien sind ein klarer Beweis dafür, dass das Thema „Titanic“ noch nicht „abgegrast“ ist und es noch ein paar Dinge gibt, die es zu klären gilt, insofern man sie heute überhaupt noch klären kann. Man muss sicherlich der Autorin nicht in allen Punkten zustimmen, doch es bietet neues Diskussionsmaterial und belebt so „unser“ Thema mit weiteren Aspekten, die es wert sind, „durchgekaut“ zu werden. Ihre Theorien sind plausibel aufgebaut und bieten neue Denkansätze. Ob sich die hier vorgestellten Sichtweisen gegenüber den vermeintlich anerkannten „Fakten“ der Untersuchungsausschüsse durchsetzen können, ist eine andere Frage. Aber das Buch ist ein hervorragender Beweis dafür, dass es immer mehr als eine Sichtweise zu einer Sache gibt. Spannendes Lesen ist garantiert! Dustin Kacmarczyk Dampfer Titanic: Eisberg voraus |
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