Die Modell AG
 

"Lusitania"

Hersteller: Gunzeunze Sangyo
Maßstab: 1:350

 

Heute will ich euch den zweiten der beiden „Großbausätze“ im Maßstab 1/350 vorstellen, den der legendären RMS Lusitania.

Dieser Bausatz ist ebenfalls mittlerweile in die Jahre gekommen; erstmals 1974 brachte die Firma Entex ein Modellduo im Maßstab 1/350 auf den Markt, nämlich ”The late, great Lusitania” und ”The late, great Titanic”. 1982 war Entex pleite, in Japan wurde und wird dieses Modell von der japanischen Firma „Gunze Sangyo inc. Hobby dept.“ vertrieben, zumindest bis zum letzen Jahr. Im Frühjahr 2004 konnte mein „Hoflieferant“ aus Groß Britannien, White Ensign models, nicht mehr liefern, nach deren Aussage sei die Produktion dieses Bausatzes eingestellt worden. Nach vielerlei Recherche im Internet fand ich dennoch einen Lieferanten in Deutschland, der zumindest noch Gunze Sangyo-Bausätze auf Lager hatte und wohl auch noch hat. Wer also einen Lusitania-Bausatz sein Eigen nennen möchte, sollte mit einer Kaufentscheidung nicht allzu lange warten. Die Kontaktadresse des Lieferanten nenne ich euch am Ende dieses Beitrags. Das die Produktion des Lusitania-Bausatzes eingestellt worden ist, wundert mich wenig: Mit fast 93,- EURO (in diesem Fall plus 6,80 EURO Versandspesen) ist der Verkaufspreis im Verhältnis zum Titanic-Bausatz (Minicraft Standard ca. 65,- EURO) gleicher Machart recht happig. Was der Modellbausatz dennoch bietet und ob sich ein Kauf lohnt, das will ich euch nun darlegen.

Äußeres

Der Bausatz ist in einem sehr stabilen Karton verpackt, den allerdings ein sehr scheußliches Deckelbild ziert. Wurde für den alten Entex-Bausatz das bekannte Gemälde von Ken Marschal verwendet (zeigt die Lusitania vor der irischen Küste unter einem düsteren Himmel), so wird das Schiff bei Gunze mit einem groben und absolut kitschigen Gemälde dargestellt. Aber vielleicht ist der Geschmack japanischer Kunden für uns Europäer nicht immer nachvollziehbar. Auf der Kartonseite sind neun Fotos eines fertigen Modells abgedruckt, die alles in allem zufrieden stellend sind. Es ist gut zu erkennen, was der Bausatz bietet. Die restlichen, verbalen Informationen sind in dem für japanische und chinesische Modellbausätzen typische Mix aus englischer und japanisch/chinesischer Schrift.  Abgedruckt sind die Länge und der Maßstab des Modells. Eine Liste vorgeschlagener Modellfarben ist mangels Entzifferung der Schriftzeichen unbrauchbar.

Dennoch ist der angebotene Informationsgehalt für den deutschen Käufer ausreichend.

Der Inhalt

Wie es sich für die gehobene Preisklasse eines Bausatzes gehört, ist der Inhalt entsprechend professionell verpackt. Die einzelnen Materialstege sind nicht nur einzeln in Plastikbeutel eingeschweißt, sonder die beiden Rumpfhälften sind gesondert mit einer Einlage aus Karton fixiert. Hier kann nichts verrutschen. Wie ich ja schon mehrfach darauf hingewiesen habe, gibt es viele Fachhändler, die die Kartons der Modellbausätze unsachgemäß lagern. Normalerweise müssen die Kästen liegend angeboten werden, aber einige stellen die Kästen auf, damit der Kunde einen größeren Blickfang auf den angebotenen Bausatz hat. Damit verrutscht aber der Inhalt. Steht ein solcher Kasten über Wochen und Monate im Geschäft herum, können sich die Plastikteile teils irreparabel verbiegen. Mit einer zusätzlichen Fixierung der Teile aus Karton, wie hier bei dem Gunze-Bausatz, wird diese Gefahr minimiert. Es handelt sich bei dieser Vorsichtsmaßnahme also um keinen Luxus, sondern eher um eine Vorsichtsmaßnahme, die bei größeren Modellen schon eigentlich Standard sein müsste.

Der Rumpf ist aus schwarzem Kunststoff zweiteilig ausgeführt, damit unterscheidet er sich vom Titanic-Bausatz von Minicraft. Das schwarze Material ist beim Lusitania-Bausatz kein Nachteil, da im Gegensatz zum Rumpfteil der Olympic-Klasse nur wenige Teile des Rumpfes der Lusitania weiß gestrichen werden müssen. Da die weiße Farbe auf dem schwarzen Untergrund schlecht deckt, sind mindestens zwei Anstriche nötig. Die rote Farbe des Unterwasseranstriches deckt aber sehr gut.

Die Decks sind aus hellbraunem (sehr gut!), das Teil des Schornsteindecks aus dunkelbraunem Kunststoff. An dieser Stelle ist das ein sehr großer Nachteil, weil auch hier für die Lackierung des Decks mindestens zwei Anstriche nötig sind. Alle anderen Teile, mit Ausnahme der Schrauben (messingfarben) sind weiß. Die Teile der Abdeckungen der Oberlichtgehäuse sind aus klarem Kunststoff hergestellt.

Alle Teile sind in guter bis zufrieden stellender Qualität ausgeführt. Nur sehr wenige Gussgrate stören die Montage, d.h. hier muss nur wenig nachgearbeitet werden. Selbst kleine Teile sind ordentlich. Auf Abweichungen und Mängel der Teile gehe ich aber im Abschnitt „Besondere Montagehinweise“ noch gesondert ein.

Nachteilig ist in jedem Fall die Gestaltung des Schornsteindecks (in der Bauanleitung als „Sonnendeck“ bezeichnet). Die meisten Kleinteile (Sockel der Lüfter, Kuppelgehäuse, Rohre und Vieles mehr) sind bereits Bestandteil dieses Teils. Das erleichtert zwar die Montage, erschwert aber die Bemalung erheblich.

Nicht so schön ist ebenfalls die Gestaltung der Relingteile. Im Gegensatz zum Titanic-Modell sind die Relingteile ausnahmslos als nicht durchbrochene Kunststoffsteifen ausgeführt. Dies verändert die Silhouette des Modells nachhaltig, insbesondere deshalb, da viele Decks (vor allem der Aufbau der Zweiten Klasse) mit einer offenen Reling ausgestattet waren. Die vielen, detaillierten Teile des Schornsteindecks sind durch die geschlossene Reling nicht mehr sichtbar. Schade. Abhilfe schafft hier nur die Verwendung von Fotoätzteilen aus Messing, aber darauf gehe ich ebenfalls im Abschnitt „Besondere Montagehinweise“ ein.

Beigefügt sind kleine Ankerketten aus Messing, ein Pappstreifen mit Garn für die Takelage, Flaggen aus Papier, sowie die wichtigsten Abziehbilder.

Die Bauanleitung

wurde mit Ausnahme der letzten Seite komplett von Entex übernommen. Generell ist sie zweisprachig gehalten (japanisch und englisch) und beginnt mit einem geschichtlichen Abriss. Eingangs ist noch ein schönes Foto erhalten geblieben. Es zeigt die Lusitania in voller Breitseite auf Reede liegend, wie Passagiere von einem oder auf einen Tender umsteigen. Für den Modellbauer ebenfalls immer vorteilhaft ist eine Darstellung der einzelnen Materialstege, falls ein Bauteil gesucht wird.

Die Bauanleitung selbst lässt wenige Wünsche offen. Lediglich der Bauabschnitt 13 (Montage des Schornsteindecks) mit den vielen Kleinteilen ist etwas zu unübersichtlich geraten.

Die Hinweise für die Bemalung sind bei den entsprechenden Teilen in Klartext abgedruckt (d.h. keine Farbnummern irgendeines Herstellers).

Besondere Montagehinweise

Prinzipiell müssen wir uns vor dem Bau entscheiden, welche Lusitania wir bauen wollen. Drei wesentliche Zeitabschnitte kommen in Frage:

  • 26. August 1907, Ablieferung und Beginn der Probefahrt. Bis zur Jungfernfahrt am 07. September war der Bereich des „Shelterdecks“ vorne am Bug weiß gepönt. Wer also diesen Zeitabschnitt der Lusitania darstellen möchte, muss dies berücksichtigen.

  • Der zweite Zeitabschnitt beginnt mit der Jungfernfahrt bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Beschränken möchte ich mich zeitlich um den Abschnitt der Jungfernfahrt, da die Lusitania bis  1914 zahlreichen Umbauten unterworfen war, welches ihre Silhouette zwar nicht nachhaltig (mit Ausnahme der Aufnahme von zusätzlichen Rettungsbooten nach dem Untergang der Titanic im Frühjahr 1912), aber zumindest im Detail veränderte. Es ist schwierig, sämtliche Umbauten zeitlich genau zuzuordnen.

  • Deutliche Veränderungen dann mit Beginn des Ersten Weltkrieges vor allem bei der Bemalung (schwarze Schornsteine, Teile der Aufbauten in Ockergelb gestrichen), daneben geänderte Lüfter, zusätzliche Kompassplattform u.v.m.

Ich selbst habe mich für den Zeitabschnitt der Jungfernfahrt entschieden. Meine Recherchen darüber, welche Teile des Modells korrigiert werden müssen habe ich zugegebenermaßen nicht allzu weit ausgedehnt. Im Wesentlichen habe ich mich auf drei Bücher abgestützt:

  • Lost Liners, Ken Marschall

  • Das Geheimnis der Lusitania, Robert Ballard

  • Die Lusitania, Mythos und Wirklichkeit, Patrick o´ Sullivan

Am ergiebigsten mit den meisten auswertbaren Fotos war das Ballard-Buch „Lost liners“.

Hier die wichtigsten Korrekturen am Modell (jeweils die Bauabschnitte):

Abschnitt 15 A, Aufbau Lounge Zweiter Klasse: Hier fehlen die Fenster an den vier abgeschrägten Ecken (sind nur mit einer Umrandung angedeutet). Hier empfehle ich, die angedeuteten Fenster zu öffnen: Mit einem HSS-Bohrer (1mm stark) ein oder zwei Löcher bohren, dann diese mit einem spitzen Bastelmesser vorsichtig erweitern.

Abschnitt 15 B, Dach der Lounge Zweiter Klasse: Teile C 40 (Drucklüfter) nicht verwenden. Diese wurden bei der Lusitania erst später eingebaut. 1907 waren auf diesem Dach noch die gleichen Lüfter eingebaut, wie auf dem Schornsteindeck (siehe sehr schönes Foto im Ballard-Buch, Seite 183). Tipps zum Nachbau: Kleinen, quadratischen Sockel aus 3mm starker Kunststoffplatte schneiden. Das Lüfterrohr können wir leicht aus einem Messingrohr mit 4mm Durchmesser gewinnen. Den Deckel schneiden wir aus einer 1mm starken Kunststoffplatte zurecht.

Abschnitt 15 C, Aufbau unter der Dockbrücke: Hier müssen noch seitliche Bullaugen angebracht werden, die beiden Türen sind entgegen der Farbvorschläge der Bauanleitung hellbraun zu lackieren.

Abschnitt 15 D, Kleinteile auf dem obersten Deck der Zweiten Klasse. Die beiden vorderen Heißwassertanks (Teile C12 und C13) um 90 Grad drehen (die Tanks müssen zum Bug zeigen).

Weitere Ergänzungen und Korrekturen:

Abschnitt 15 D, Oberlichter der Turbinenräume: Hier fehlen die Abdeckungen über den Öffnungen. Diese können wir leicht aus einem 1mm starken und 3mm breiten Kunststoffsteifen gewinnen. Jeweils zwei kleine 1mm starke Löcher hinein bohren und die Breite entsprechend der Öffnungen des Oberlichtes anpassen. Am Besten in geöffneter Position verkleben.

Abschnitt 16 A, Shelterdeck achtern. Die Winschen (Teile C 8) sind beim Lusitania-Bausatz sehr unbefriedigend gestaltet (wie stumpfe Kegel). Ich habe hier die Winschen aus dem Minicraft-Titanic-Bausatz verwendet. Dies gilt auch für den Bauabschnitt 19, Vorderdeck.

Ebenfalls Abschnitt 16 A: Das Shelterdeck achtern war bereits zur Zeit der Jungfernfahrt mit einem Gestell für ein Sonnensegel ausgestattet. Dieses Gestell fehlt leider beim Bausatz. Wir können es aber relativ leicht nachbauen. Ich habe mich für folgende Variante entschieden: Stützrohr Kiellinie aus 1mm starken, quadratischen Kunststoffstab. Die seitlichen Verstrebungen habe ich mit Kupferdraht (0,75mm) nachgebildet. Verklebt wurde alles mit flüssigem Sekundenkleber. Nach dem Verkleben die äußeren Enden der Kupferdrähte entsprechend der Deckform um 90 Grad nach unten biegen und zurechtschneiden. Den senkrechten Teil der Streben dunkelbraun lackieren, den horizontalen Bereich weiß.

Wie eingangs angedeutet ist die Relingausführung des Modells äußerst unbefriedigend. Wer die sich die entsprechenden Messingteile für den Titanic-Bausatz bereits zugelegt hat, kann sich freuen, denn alle Teile für eine Verbesserung des Lusitania-Bausatzes sind bereits enthalten: Relingteile, Treppen, Wanten, Stützen der Dockbrücke u.v.m. Für alle anderen nenne ich die Bezugsquelle am Ende des Beitrages.

Im Gegensatz zum Titanic-Bausatz muss aber die meisten Reling erst entfernt werden (keine separate Montage). Im Bereich des Rumpfes und des Bootsdecks geht das recht einfach und schnell: Mit einem Seitenschneider für Kunststoff vorsichtig abschneiden und die Schnittkanten sauber plan feilen. Etwas komplizierter wird das Entfernen im Bereich Zweiter Klasse, äußere Deckstützen. Empfohlenes Vorgehen wie folgt: Zuerst mit einem kleinen Bohrer (1mm) der Schnittkante entlang eine Reihe von Löchern bohren. Danach die Zwischenräume der Löcher mit einem Bastelmesser aufschneiden. Reling entfernen. Die dann gezackte Schnittkante mit einer Schlüsselfeile vorsichtig plan feilen. Ich hegte zuerst die Befürchtung, dass diese beiden Teile recht instabil werden, wenn die stützende Reling entfernt ist. Dem ist aber nicht so. Die beiden Seitenteile sind noch ausreichend stabil und können problemlos montiert werden. Alle Treppen durch Messingtreppen ersetzen. Vorhandene Plastiktreppen einfach abschneiden.

Mit einer weiteren, kleinen Veränderung am Modell lässt sich eine große Wirkung erzielen. Zur Vereinfachung der Herstellung sind die Böden der Oberlichtgehäuse auf dem Schornsteindeck geschlossen. Im Bereich des Veranda-Cafés sollte dieser Mangel korrigiert werden: Ebenfalls eine kleine Reihe von Löchern an den Schnittkanten bohren, danach den Boden herausschneiden. Die Schnittkante plan feilen. Zwischen den Wänden des Erster Klasse-Aufbaus auf dem Bootsdeck eine Querwand einziehen, als bugseitiger Abschluss des Cafés. Den Fußboden weiß lackieren, die roten Streifen nicht vergessen. Die Innenwände erhalten einen dunkelbraunen Anstrich. Die Säulen im Café können wir mittels rechteckigen Kunststoffstäben nachbilden. Wenn dass dann das verglaste Kuppeldach montiert wird, fällt bei passender Beleuchtung Licht in das Café unseres Modells. Diese Mühe lohnt sich wirklich.

Nicht abschließend lösen konnte ich die Unklarheiten mit den beiden Ladekränen auf dem obersten Deck der Zweiten Klasse. Es gibt frühe Fotos, auf denen klar erkennbar ist, dass dort keine Kräne stehen (und erst später montiert werden). Andere frühe Fotos zeigen exakt das Gegenteil. Kräne sind dort eindeutig zu erkennen. Anscheinend wurden hier die Kräne aus welchen Gründen auch immer, ein- und wieder ausgebaut. Bei meinem Modell habe ich die Kräne im Bereich der Zweiten Klasse weggelassen.

Abschließend möchte ich noch auf eine Stelle im Modell eingehen, die schlecht gelöst ist. Die Teile passen nicht einmal näherungsweise. Die beidseitigen Ausleger der Kommandobrücke ruhen auf nach innen verbreiterten Säulen. Im Modell wird das durch die Kombination aus abgerundeten Außenteilen, die mit dem Rumpfteil eine Einheit bilden, sowie mit einem innen liegenden Kasten, der sich an der Unterseite des Schornsteindecks befindet, realisiert. Die Verbindung passt leider gar nicht: Das äußere Teil reicht nicht hoch genug zur Kommandobrücke, und zwischen beiden Teilen tut sich eine Lücke auf.

Lösung: Aus einem runden Materialsteg schneiden wir eine Scheibe heraus, genauso dick, wie die Lücke zwischen äußerer Säule und Kommandobrücke. Die Scheibe halbieren und anpassen. Danach die Lücke zwischen äußerer Säule und innen liegendem Kasten vorsichtig verspachteln und sorgfältig glatt schleifen.

Bitte nicht vergessen: Bei Modellen dieser Große alle Fenster mit Klarsichtfolie verglasen. Fehlende Verglasung fällt bei Lichteinwirkung sehr negativ auf!

Farbgebung, Bemalung

Die Bauanleitung gibt nur verbale Hinweise zur Bemalung, die auf dem Karton abgedruckte Farbtabelle ist mangels Lesbarkeit für den Nicht unbrauchbar. Hier meine Vorschläge zur Lackierung:

Bauteile

REVELL-Farbnummer

Rumpf, unter der Wasserlinie

Purpurrot 331 (seidenmatt)

Rumpf

302 schwarz (seidenmatt)

Seitenwände, alle Aufbauten, Boote, Reling

301 weiß (seidenmatt)

Decks

Ocker 88 (matt)

Poller, Winden, Schornsteinkappen

Schwarz 8 (matt)

Schornsteinabdeckungen

 Anthrazit 9 (matt)

Schornsteine

Feuerrot 330 (seidenmatt), gelb 15 (matt) und Klarlack 02 (matt)

Geländer, Fensteröffnungen, Bootsränder, Maste, Bänke

Holzbraun 383 (seidenmatt)

Lüfter, Kuppelgehäuse, Kleinteile auf Schornsteindeck

Braun (seidenmatt)

Schrauben, Windenoberseiten, Glocke

Messing 92

 

Abziehbilder

Beigefügt sind die wichtigsten Abziehbilder: Namenszüge, Tiefenmarkierungen und die beiden seitlichen Warnschilder für den Bereich der Propeller.

Abschließende Bewertung

Dieser Bausatz ist für jeden Fan der alten Liner ein Muss, für die Fans der wenigen „Four-Stacker“ sowieso. Dieses Modell ist in der Gesamtkonzeption gelungen, die wenigen Mängel lassen sich mit verhältnismäßig wenig Aufwand korrigieren. Etwas aufwändiger sind die Arbeiten für die „Schönheitsreparaturen“ mit den Fotoätzteilen, besonders für die Reling. Die Gefahr des Misslingens dieser Eingriffe ist aber nicht sehr groß. Allerdings schreckt der recht hohe Verkaufspreis durchaus ab. Mit den Zusatzteilen (Messingteile), Farben, verschiedene Kunststoffplatten und –stäben kommen da schnell 150,- Euro zusammen – viel Geld. Da kommt niemand um die Entscheidung herum, ob ihm diese Investition wert ist.

Wer allerdings die Titanic und die aus dem Titanic-Bausatz zu bauende Britannic im Regal stehen hat, der schafft sich mit der Lusitania ein legendäres, tragisches Trio.

Bewertungspunkte

  • Verpackung (Noten 1 bis 6): 4

Misslungenes Deckelbild, positiv sind die vielen Fotos eines Modells, ansonsten leider wenige, bzw. wenig verwertbare Informationen für den potentiellen Kunden.

  • Farbgebung (Noten 1 bis 6): 4

Keine Farbtabelle als Vorlage zu gebrauchen, lediglich verbale Lackierungshinweise an den entsprechenden Teilen in den einzelnen Montagestufen. Eigene Recherche ist erforderlich. Schwieriger ist die Farbnachbildung der Schornsteine. Keine Hinweise über das Mischungsverhältnis für „Cunard-Rot“ (lediglich „Shine-red“).

  • Authentizität, Detailfülle (Noten 1 bis 6): 3

Eine wohlwollende „drei“, wie ich hier sagen muss. Die Ausführungen der Reling ist bei dieser Preisklasse eigentlich nicht mehr akzeptabel, hier hätte der Hersteller entweder den Preis senken, oder das Modell grundsätzlich überarbeiten müssen (welches schon über dreißig Jahre alt ist). Ansonsten ist die Detailfülle und Ausführung der Bauteile dem Maßstab absolut angemessen. Gute Gesamtkonzeption des Modells.

Bezugsquellen

Lieferant: www.kleinserien.de, miniatura GmbH, Zum Offerbach 58, 48163 Münster

Import durch: „GSIeurope –import + export GmbH ", Friedrich-Ebert-Straße 54, 40210 Düsseldorf

Bezugsquelle für Fotoätzteile (Gold medal models 1/350 Titanic/Lusitania to superdetail the academy Titanic): White ensign models Gardeners Cottage, Cowarne Court, Lower Eggleton, Ledbury Herefordshire, HR8 2UF, Unidet Kingdom; Internet: www.whiteensignmodels.com