| Der Eisberg |
Nach über 88 Jahren erstmals veröffentlicht: Ein böhmischer Seemann an Bord der Bremen knipste den Eisberg am 20. April 1912. Jetzt ist das Bild wieder aufgetaucht. In einer Pressekonferenz am 9.11.2000 hat der Entdecker des Bildes, Henning Pfeiffer, zusammen mit Günter Bäbler folgendes Bild vorgestellt - dabei handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Eisberg, der für den Untergang der Titanic verantwortlich ist. |
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| © Henning Pfeiffer |
Das Foto ist Teil einer Postkartenreihe, die der schon erwähnte Seemann Stephan Rehorek im Jahr 1912 an seine Familie schickte. Auf seiner ersten Postkarte, einer Titanic-Karte, abgestempelt am 25. April in New York, heißt es: "Werte Eltern. Herzliche Grüße von meiner Reise. Ich schicken Ihnen das Bild eines Schnelldampfers, der seine erste Reise machte und unterging. Er war der größte der Welt. Zwei Tage vor New York prallte er gegen Eisberge und das Schiff wurde an der Seite zertrümmert. Fast 1600 Menschen ertranken und etwa 670 wurden gerettet. Diese Eisberge habe ich fotografiert und schicke sie Ihnen zu (...) Ich sah auch die Ertrunkenen und Trümmer des Schiffs. Dieser Anblick war wahnsinnig traurig." Einige Wochen später - Rehorek hat von seinen Fotos Postkarten anfertigen lassen - schickt er das beste Bild aus Cherbourg nach Hause. Diesmal lautet der Text auf der Karte: "Werte Eltern, (...) Diese Karte ist der Anblick auf den Eisberg, gegen den das Schiff Titanic stieß und sich daran zerstört hat." Eine berechtigte Frage ist nun: Woher wissen wir, dass das Bild nicht nur irgendeinen Eisberg zeigt, sondern tatsächlich DEN Titanic-Eisberg? Zwei Dinge seinen als Indiz hier angeführt. Erstens: Auf der rechten äußeren Seite sieht man im Bild eine frische Bruchkante am Berg. Eisberge werden vom Seewasser und der Strömung mit der Zeit abgefeilt, ja geradezu poliert. Die Bruchkante muss wenige Tage vor dem "Schnappschuss" entstanden sein. Als die Titanic den Eisberg schrammte, haben sich Eisbrocken gelöst. Der Großteil dürfte ins Wasser gestürzt sein, ein paar landeten an Deck (mit denen wurde dann bekanntermaßen Fußball gespielt...) Unwahrscheinlich ist, dass der fehlende Teil des Eisbergs auf dem Foto "einfach so spontan" abgebrochen ist. Vielmehr muss der Eisberg mit einer anderen Masse kollidiert sein. Von Kollisionen außer der Titanic ist im in Frage kommenden Zeitfenster nichts bekannt. Zweitens: Die Form des Eisberges (zwei spitze Gipfel mit einem gewölbten Rücken in der Mitte und einem scharf abfallenden Grat rechts außen) deckt sich verblüffend genau mit den Skizzen, die zwei Augenzeugen vom Unglücksberg gezeichnet haben: Der Titanic-Matrose Joseph Scarrott und ein Zeichner an Bord der Carpathia, Colin Campbell. Auf der Skizze von Campbell ist gleichzeitig eine dunkle, schraffierte Fläche zu sehen - genau an der Stelle, wo sich auf dem Foto der Bruch befindet. Das alles lässt den Schluss zu: Von allen Eisberg-Bildern, die unter der Rubrik "Das könnte er sein" jemals veröffentlicht wurden, ist der neueste Fund definitiv der mit der höchsten Trefferwahrscheinlichkeit. |