Zeittafel

 

Diese Chronologie soll einen zeitlichen Überblick über die Geschehnisse im Zusammenhang mit der Titanic geben. Nicht alle Zahlen und Daten sind absolut gesichert - in vielen Fällen musste aus (oft widersprüchlichen) Augenzeugenberichten eine Schätzung erarbeitet werden.

1898
Eine gespenstische Prophezeiung nimmt das Schicksal der Titanic vorweg. Morgan Robertson bringt ein Buch heraus, das den Untergang eines riesigen Ozeanliners beschreibt. In "Futility" ist es das Passagierschiff Titan, das auf seiner Jungfernfahrt im Nordatlantik untergeht. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend. Die Katastrophe findet im April im Nordatlantik statt. Ein Eisberg rammt das Schiff auf der Steuerbordseite. Die Rettungsboote reichen nicht aus, um alle Menschen an Bord aufzunehmen. Sogar die Tonnage des Titan ähnelt der der späteren Titanic. 1898 will kaum jemand das Buch kaufen – es ist stilistisch eher mäßig. Ab April 1912 wird es dann ganz unerwartet doch noch zum Bestseller.

31. Juli 1908
Erste Ideen für die Schiffe der Olympic-Klasse gab es möglicherweise schon 1902 oder 1903. Doch erst 1908 wird der endgültige Vertrag über den Bau der Seegiganten geschlossen. Drei Schwesterschiffe sollen in der irischen Werft Harland & Wolff gebaut werden. Die Namensgebung entspricht ganz der Tradition der White Star Line – alle drei Schiffe sollen auf "ic" enden: Olympic, Titanic und Gigantic (die dann nach der Titanic-Katastrophe schnell in Britannic umbenannt wird). Es sollen die größten Schiffe aller Zeiten werden. Doch mit dem eigentlichen dem Bau der drei Ozeanliner ist es nicht getan. Die bestehenden Hellinge bei Harland & Wolff sind zu klein, ebenso die Docks diesseits und jenseits des Atlantiks, an denen die drei Schwestern anlanden sollen. Es muss also umgebaut werden.

31. März 1909
Die Olympic (Produktionsnummer 400) liegt mit halbfertiger Hülle in der Werft. Der Kiel der Titanic (Produktionsnummer 401) wird gelegt.

31. Mai 1911, 12:13 Uhr
Stapellauf der Titanic. Noch wiegt ihre Hülle "nur" 26.000 Tonnen. Komplett ausgestattet wird es beinahe das Doppelte sein. Die Titanic ist zu diesem Zeitpunkt das größte bewegliche Objekt, das je von Menschen gebaut wurde. Optisch ist sie im Vergleich zur Olympic aber eigentlich gleich groß. Mehr als 22t Schmiermittel (Talg, Seife, Öl) braucht es, um den Grund der Hellinge soweit rutschig zu machen, dass der gigantische Rumpf zu Wasser gelassen werden kann. Die Titanic übt dabei einen mittleren Druck von 450 kg/m² auf den Untergrund aus. Als die Titanic schließlich im Wasser ist, hat sie stolze 12 Knoten "Schwung", der mit Hilfe von bis zu 80 Tonnen schweren Bremsketten wieder aufgefangen werden muss. Anschließend bringen Schlepper den manövrierunfähigen Rumpf in das Dock, in dem das Schiff ausgerüstet werden soll. Am selben Tag wird die fertige Olympic den Eignern übergeben – sie macht ihre erste Fahrt nach Liverpool.

Januar 1912
Die Entscheidung ist gefallen: Es werden nur sechzehn Rettungsboote an Deck der Titanic untergebracht. Damit wird doch nur ein festes Boot pro Davit montiert – dabei können die neuen Davits von Wellin so weit nach innen auf das Deck eingeschwenkt werden, dass eine zweite Reihe Boote in sie eingehängt werden könnte. Alexander Carlisle, der Konstrukteur, hatte in die ursprünglichen Pläne eigentlich doppelt so viele Boote eingezeichnet, Die Zahl dann aber auf Wunsch der Eigentümer wieder halbiert. Zusätzlich zu den 16 festen Booten werden vier Klappboote für die Titanic eingeplant. Mit ihren insgesamt 20 Booten liegt sie weit über der Mindestgrenze des britischen Handelsministeriums (die zu diesem Zeitpunkt bereits hoffnungslos veraltet ist). Es ist bis heute umstritten, ob der Grund für die Halbierung der Bootszahl wirklich eine optische Kosmetikmaßnahme war (ein luftigeres, weiträumigeres Bootsdeck) oder eine rein finanzielle Sparmaßnahme.

3. Februar 1912
Im Thompson Graving Dock in Belfast, einem Trockendock, werden die drei Propeller der Titanic montiert. In etwa zur selben Zeit wird auch die Funkanlage der Firma Marconi an Bord installiert – und das Schiff bekommt daraufhin ihr sogenanntes "Callsign" – das Funkkürzel: MGY.

25. März 1912
Die Rettungsboote werden auf Funktionstüchtigkeit getestet. Dabei werden die Boote komplett ausgeschwungen, in die Tiefe gelassen (das sog. "abfieren") und anschließend wieder eingeholt. Die Tests laufen ohne Komplikationen ab. Die Titanic bekommt einen Kapitän: Es ist Herbert J. Haddock, der allerdings nur vorübergehend das Kommando innehaben wird (Captain Smith ist zu diesem Zeitpunkt noch auf der Olympic).

31. März 1912
Mit Ausnahme von ein paar Kleinigkeiten ist die Titanic komplett ausgerüstet. Ihre Größe wird mit 46.328 BRT (Bruttoregistertonnen) bemessen. Ihre Maschinen können eine Höchstleistung von 46.000 PS bringen. Damit ist die Titanic zwar nur rund einen Arm länger als die Olympic, aber um einiges schwerer – dank der unterschiedlichen Innenausstattungen.

1. April 1912
Eigentlich solle die Titanic auf See getestet werden, doch schlechtes Wetter macht Captain E.J. Smith, der jetzt offiziell das Schiff übernommen hat, einen Strich durch die Rechnung.

2. April
6.00 Uhr: Endlich finden die Seetests mit dem neuen Schiff der White Star Line statt.

14.00 Uhr: Eine Route hinaus auf die offene See und zurück nach Belfast wird abgefahren. Insgesamt 4 Stunden ist die Titanic auf offener See – mit einer mittleren Geschwindigkeit von etwa 18 Knoten. Es werden Kurven gefahren und die obligatorische "Vollbremsung". Schließlich sind alle Testaufgaben erfüllt – und Francis Carruthers vom Handelsministerium erteilt die Lizenz zum Betreiben des Schiffs.

20.00 Uhr: Das Schiff läuft Richtung Southampton aus.

3. April
Es ist nach Mitternacht, als die Titanic in Southampton einläuft. Sofort beginnen die Vorbereitungen für die Jungfernfahrt. Die Vorräte werden nach und nach an Bord geladen: zuerst Geschirr, Tischtücher und Wäsche – aber auch unverderbliche Lebensmittel wie Wein.

5. April
Die Titanic liegt am Pier 44 in Southampton – in "Festtagskleidung": mit kleinen Fahnen über die Toppen geschmückt.

6. April
Die Reederei White Star Line beginnt, die Crew zusammenzustellen. Nach dem vorausgegangenen Kohlestreik drängen sich Hunderte arbeitsloser Seeleute um die Heuerlisten. Die Laderäume werden mit Waren befüllt, die Kohle kommt an Bord.

7. April
Nachdem die 4.427 Tonnen Kohle an Bord sind, wird die Arbeit bis auf weiteres ausgesetzt – es ist Ostersonntag, der zweitwichtigste Feiertag des Landes.

8. April
Verderbliche Vorräte werden an Bord geschafft. 34 Tonnen Frischfleisch, knapp 5 Tonnen Fisch, Eiskrem und andere Lebensmittel werden in den Kühlräumen verstaut.

9. April
Eine letzte Inspektion durch das Handelsministerium erfolgt – grünes Licht für die Jungfernfahrt.

10. April
7.30 Uhr: Kapitän Edward J. Smith geht an Bord.

8.00 Uhr: Die Mannschaft ist komplett an Bord. Nach einer ersten Musterung findet eine kleine Rettungsbootübung statt – auf der Steuerbordseite, mit den Booten Nr. 11 und 15.

9.30 Uhr: Der erste Zug vom Bahnhof Waterloo in London kommt am Seebahnhof an. Darin befinden sich hauptsächlich Passagiere der Zweiten und Dritten Klasse, die früher als die der ersten Klasse an Bord gehen müssen. Der Lotse geht an Bord.

11.30 Uhr: Der Zug mit den Erste-Klasse-Passagieren kommt an. Zügiges Borden ist geboten.

11.45:Die mächtigen Schiffspfeifen ertönen – das Auslaufen steht unmittelbar bevor.

12.05 Uhr: Die letzten Leinen werden gelöst – die Titanic legt ab. Erst wird sie durch Schlepperkraft vom Pier weggezogen, dann startet die Titanic die Maschinen. Was folgt, ist ein Beinahe-Zusammenstoß mit dem Passagierschiff New York, das sich durch den Sog der Titanic aus der Vertäuung reißt und langsam, mit dem Heck voraus, in Richtung Titanic schwenkt. Eine Kollision kann nur knapp vermieden werden. Die New York wird vom Schlepper Vulkan aus dem Weg geschafft, und die Titanic kann wieder Fahrt aufnehmen. Captain Smith setzt Kurs in Richtung Cherbourg – knapp 90 Seemeilen gilt es zu bewältigen, um die französische Hafenstadt zu erreichen.

17.30: Die Titanic erreicht Cherbourg und geht vor Anker. Da es kein Pier gibt, an das direkt angedockt werden kann, müssen Tenderschiffe die Passagiere mit Reiseziel auf dem Kontinentalfestland an Land bzw. Transatlantikpassagiere an Bord bringen.

20.30 Uhr: Die Titanic nimmt Kurs in Richtung Queenstown (Irland) – dem letzten Stop vor der Atlantiküberquerung.

11. April
11.30 Uhr: Wieder kann nicht angedockt werden – die Titanic geht ca. 2 Seemeilen vor der Küste von Queenstown vor Anker. Sieben Passagiere werden von den Tendern America und Ireland an Land gebracht. Weitere Passagiere und eine Ladung Postsäcke kommen an Bord.

13.30 Uhr: Der Steuerbord-Anker wird gelichtet. Kurs auf New York.

12. April
Die Titanic fährt mit ca. 21 Knoten. Mittags wird errechnet: Seit Queenstown wurden 484 Seemeilen zurückgelegt. Abends fällt die Funkstation der Firma Marconi kurzfristig aus. Die beiden Funker Phillips und Bride schaffen es, die Station bis zum nächsten Morgen zu reparieren.

13. April
12.00 Die Berechnungen ergeben: Die Titanic hat in den letzten 24 Stunden 519 Meilen zurückgelegt.

14. April
9.00 Uhr: Eine erste Eiswarnung wird empfangen. Die Caronia meldet per Funk Treibeis und Eisberge auf der Position 42°N, 49° - 51°W. Später wird auch die Noordam vor "viel Eis" warnen.

10.30 Uhr: Der Gottesdienst in der ersten Klasse findet unter der Leitung von Captain Smith statt. Als "Ersatzkirche" dient der Speisesaal.

12.00: Die Titanic hat in den letzten 24 Stunden 546 Meilen zurückgelegt.

13.42 Uhr: Die Baltic meldet "große Mengen Treibeis auf 41° 51° N, 49° 52°W". Zumindest diese Warnung landet auch in den Händen von Captain Smith – er zeigt sie später Bruce Ismay, dem Repräsentanten der White Star Line an Bord. Eine weitere Eiswarnung von der America wird nicht an den Captain weitergegeben.

17.50 Uhr: Die von Kapitän Smith angeordnete Kursänderung wird ausgeführt - das Schiff fährt jetzt einen fast westlichen Kurs. Einige Offiziere sind der Ansicht, dass bereits früher hätte gedreht werden sollen. Smith hält sich jedoch an die offiziell festgelegte Südroute.

19.30: Die Californian meldet ein ausgedehntes Eisfeld – ca. 50 Meilen von der Titanic entfernt.

21.20: Captain Smith bespricht sich mit dem zweiten Offizier Lightoller. Die Temperatur ist stark abgefallen, es gibt kaum Wellengang. Captain Smith zieht sich zurück, um Schlafen zu gehen.

21.40: Die Mesaba meldet Packeis. Die Funker ignorieren die Warnung – sie wollen mit dem Stapel privater Telegramme fertig werden, der sich durch den Funkausfall angehäuft hat.

22.00: Schichtwechsel auf der Brücke. Der Zweite Offizier Lightoller wird vom ersten Offizier Murdoch abgelöst. Die Titanic macht 22 Knoten Fahrt, 24 ihrer 29 Kessel werden befeuert. Im Ausguck sitzen die Seemänner Fleet und Lee.

22.38: (Californian-Zeit: 22.55) Die Californian funkt, sie stecke im Treibeis und habe für die Nacht die Maschinen gestoppt. Funker Phillips reagiert genervt (nicht wissend, was man ihm mitteilen will). Die Californian stört seinen Funkverkehr mit Cape Race auf dem Festland. Seine Antwort an die Californian: "DDD" - das Morsekürzel für "Shut up!"

23.40 Uhr: Frederick Fleet, einer der beiden Ausgucke im Krähennest am vorderen Hauptmast, entdeckt den Eisberg. Er läutet dreimal die Alarmglocke und meldet an die Brücke: "Eisberg direkt voraus!". An der anderen Seite der Leitung ist der Sechste Offizier, Moody, der die Meldung sofort an den Ersten Offizier Murdoch weitergibt. Murdoch befiehlt dem Steuermann, das Ruder hart Steuerbord zu legen. Er stellt den Maschinentelegraphen auf "Volle Kraft zurück!". Der Maschinenraum bestätigt den Befehl allerdings nicht. Murdoch will kein Risiko eingehen und schließt die wasserdichten Schotten. Die Titanic hat kaum abgeschwenkt, als sie mit der Steuerbordseite am Eisberg entlangschrammt. Das Schiff zittert leicht. Die meisten Passagiere merken nichts davon – viele liegen schon im Bett. Das Schicksal des stolzen Schiffes ist trotzdem besiegelt. Der Rumpf des Schiffes wird unter der Wasserlinie auf einer Länge von ca. 76m beschädigt – nicht von einem einzigen gigantischen Schlitz, sondern von mehreren kleinen Rissen. Die hintersten Lecks reichen bis in die sechste der 16 wasserdichten Kammern. Sieben Tonnen Wasser pro Minute strömen ins Innere des Schiffs, das sich langsam aber sicher in Richtung Bug neigt. Da die Schottwände nicht bis zu den oberen Decks reichen, wird das Wasser in die hinteren Kammern weiterlaufen, sobald die vorderen Schotten vollgelaufen sind.

23.43: Captain Smith trifft auf der Brücke ein.

15. April
0.00: Die letzte offizielle Position der Titanic wird errechnet: 41°46‘ Nord, 50° 14‘ West. Der Postraum ist bereits überschwemmt; die Postsäcke treiben im Wasser. Kapitän Smith und Thomas Andrews, der Konstrukteur des Schiffs, besichtigen den Schaden. Andrews erkennt die missliche Lage: Das Schiff wird sinken. Kapitän Smith ordnet an, einen Notruf abzusetzen. Die Funker benutzen das alte "CQD" – später auch den neuen Notruf "SOS"

0.05 Uhr: Jetzt ist auch der Squashplatz unter Wasser. Captain Smith ordnet an, die Rettungsboote klarzumachen. Der Bug ragt nur noch 4 ½ Meter aus dem Wasser. Die Männer im Maschinenraum versuchen, das Feuer in den Kesseln zu löschen. 140 Tonnen Seewasser sind bereits ins Schiff geströmt. Das Wasser schwappt über das sechste Querschott in die siebte Kammer des Rumpfes.

ab 0.15 (bis ca. 2.10 Uhr): Weitere Schiffe melden sich: die Mount Temple (49 Meilen), die Birma (70 Meilen), die Frankfurt (153 Meilen), die Virginian (170 Meilen) und die Baltic (243 Meilen) bestätigen den Notruf und nehmen Kurs auf die Titanic. Auch die Carpathia reagiert auf den Notruf. Sie befindet sich ca. 58 Seemeilen südöstlich der Titanic – was mehr als vier Stunden Fahrzeit entspricht. Die Carpathia eilt in voller Fahrt in Richtung Unglücksstelle.

0.25 Uhr: Die Bordkapelle spielt in der Lounge der ersten Klasse, um die aufgeregten Passagiere ein wenig abzulenken. Captain Smith ordnet an, Frauen und Kinder in die Boote zu bringen. Die Boote werden nicht annähernd ausgelastet.

0.45 Uhr: Der vierte Offizier Boxhall gibt dem Steuermann Thomas Rowe die Anweisung, Leuchtraketen abzuschießen. Im Abstand von ca. 5 Minuten erleuchten acht Raketen den Himmel. Boxhall glaubt, die Toplichter eines herannahenden Dampfers zu erkennen und versucht, das Schiff mit der Morselampe zu kontaktieren - vergeblich.

1.25 Uhr: Die restlichen Boote werden endlich voll beladen. In Boot 11 finden über 70 Personen Platz, in Boot 13 sind es immerhin 65.

1.30 Uhr: Auf den oberen Decks macht sich leichte Panik breit. Nun ist auch für ungeübte Augen erkennbar, dass die Boote nie für alle noch an Bord befindlichen Menschen reichen werden.

1.40 Uhr: Alle Boote im vorderen Bereich des Schiffs sind abgefiert worden. Die Menschenmenge drängt achtern, während vorne versucht wird, die Faltboote in die freien Davits einzuhängen. Um es später im Wasser leichter zu haben, werden Deckstühle über Bord geworfen.

2.00 Uhr: Das letzte Boot ist weg, mehr als 1.500 Menschen bleiben auf der Titanic zurück.

2.05 Uhr: Captain Smith entlässt die Funker Phillips und Bride aus ihrer Pflicht. Anschließend zieht sich Smith auf die Brücke zurück, um dort auf den Tod zu warten (wie und wo Smith tatsächlich ums Leben kam, ist bis heute unbekannt).

2.10 Uhr: Der Bug ist untergetaucht. Eine Menschenmenge drängt sich achtern auf den obersten Decks. Manche glauben, im Wasser eine bessere Überlebenschance zu haben - sie springen freiwillig ins Wasser. Das Heck nimmt für wenige Minuten eine fast senkrechte Position ein, ehe es versinkt.

2.20 Uhr: Die Titanic ist untergegangen und sinkt auf 3.800 Meter Tiefe. Unterdessen macht die Carpathia volle Fahrt in Richtung der letzten Position der Titanic - sie schafft 17,5 Knoten. Durch das ungewöhnliche Vibrieren werden viele Passagiere an Bord wach. Als sie von den Stewards informiert werden, melden sich viele freiwillig, bei den Vorbereitungen zu helfen, um die Überlebenden mit Kaffee, Decken und möglichst vielen freien Betten empfangen zu können.

3.35 Uhr (Bordzeit Carpathia): Die Carpathia ist in Sichtweite der gemeldeten Unglücksstelle. Statt den größten Liner der Welt sieht die Besatzung nur die grünen Lichter vereinzelter Rettungsboote.

4.00 Uhr: Kapitän Rostron ordert "Maschinen stopp", dann "Langsame Fahrt voraus".

4.10 Uhr: Die ersten Überlebenden klettern an Bord der Carpathia: 25 Menschen aus Rettungsboot 2 sind in Sicherheit.

7.30 Uhr: Die Carpathia nimmt die letzten Überlebenden auf. 705 Menschen sind an Bord gekommen. Drei von ihnen werden die folgenden Stunden nicht überleben. Die Carpathia beginnt damit, 13 der (jetzt leeren) Titanic-Rettungsboote an Bord zu holen. Die Californian trifft am Unglücksort ein.

8.50 Uhr: Die Carpathia nimmt Kurs nach New York. Die Californian bleibt zurück, um die Stelle weiter nach Überlebenden abzusuchen. Sie wird keinen einzigen finden. Die übrigen Schiffe, die in Richtung der Unglücksstelle gefahren sind, nehmen ihre alten Kurse wieder auf.

16.00 Uhr: An Bord der Carpathia findet ein Trauergottesdienst statt.

18. April
21.00 Uhr: Die Carpathia läuft in den Hafen von New York ein. 11 Titanic-Rettungsboote werden am White-Star-Pier zu Wasser gelassen.

21.30 Uhr: Die Carpathia wird vertäut. Die Überlebenden des Untergangs sind am Ende ihrer Reise angekommen. Sie gehen von Bord.

Buchquellen:
Robert D. Ballard: Das Geheimnis der Titanic 3800m unter Wasser, Ullstein Verlag Berlin 1987
Holger von der Ley/Claes - Göran Wetterholm: Expedition Titanic - Auf der Suche nach einem Mythos, Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 1997
Wolf-Christian Nerger: Olympic Titanic Britannic, Klages Verlag Hannover 1998
Stephen Cameron: Titanic - Belfast's Own, Dublin, 1998
Tom McCluskie, Michael Sharpe, Leo Marriott: Titanic & her sisters Olympic & Britannic, PRC Publishing Ltd, London, 1998