News-Archiv

 
Dezember 2002 - Wrack heimlich geplündert?
 

Es gibt Indizien, dass im November und Dezember 2002 das englische Schiff Northern Horizon über dem Wrack gewesen ist und Tauchgänge durchgeführt wurden. Mark S. Davis,  Anwalt der Firma R.M.S. Titanic Inc., die die Bergerechte am Wrack inne hat, legte jetzt beim zuständigen Gericht in Norfolk, Virginia, Unterlagen vor, die belegen sollen, dass die in Florida ansässige Firma Ocean Resources Inc. das Schiff und ein Französisches Mini-U-Boot gechartert hat, um am Wrack Gegenstände zu bergen. 

Zum Hintergrund: RMST hatte im Herbst bekannt gegeben, die Bergerechte aufgeben zu wollen - das hatte das zuständige Gericht aber verhindert (siehe unten unter "Titanic-Wrack herrenlos?"). Es ist also durchaus denkbar, dass eine andere Firma per Schnellschuss zum Wrack wollte, um ein paar Gegenstände hoch zu holen und sich so ihrerseits die Bergerechte zu sichern, dann aber davon überrascht wurde, dass die Rechte doch nicht frei wurden.

Bei dem zum Tauchen verwendeten U-Boot handelt es sich nicht etwa um die altbekannte Nautile von IFREMER, sondern um ein unbemanntes Tauchwerkzeug der Firma L. D. TravOcean. Ein E-Mail von TravOcean-Mitarbeiter Jean Michel Berud besagt, dass die Kapsel von Oktober bis Dezember für eine entsprechende Mission gebucht wurde - ob dabei Gegenstände geborgen wurden, geht aus dem Schriftverkehr aber nicht hervor. Eine umfassende Untersuchung wurde eingeleitet.

Mehr Infos unter: http://www.pilotonline.com/news/nw0323tit.html (englisch)

 

Februar 2003 - Titanic-Wrack herrenlos?

 
Der bisherige Inhaber der Bergerechte am Wrack, die Firma RMS Titanic, Inc., hat am 24. September  bekannt gegeben, keine weiteren Bergungsarbeiten am Wrack durchführen zu wollen. Damit wäre das Wrack, welches in internationalen Gewässern liegt, rechtlich gesehen wieder herrenlos. Noch hat das zuständige Gericht in Norfolk, Virginia, die Aufgabe der Bergerechte nicht anerkannt. Laut Firmenrecht in Florida muss eine Firma über das "Abstoßen eines firmenwichtigen Werts" (also die Bergerechte) die Aktionärsversammlung abstimmen lassen, und genau das sei nicht geschehen. Eine Anhörung bei Gericht am 25. November brachte keine neuen Ergebnisse. RMST hatte anschließend zwar angekündigt, über die Aufgabe der Rechte - wie vom Richter gefordert, - am 5. Februar 2003 durch die Aktionärsversammlung abstimmen zu lassen. Die Versammlung wurde dann aber kurzfristig wieder abgesagt, ohne einen neuen Termin zu nennen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC wegen Betrugs gegen RMST ermittelt - in ihrem letzten vierteljährlichen Börsenstatement hatte RMST angegeben, mit seinen Anwälten wegen eines Konkursverfahrens zu sprechen, die SEC vermutet, dass die Geschäftsleitung die Firma systematisch leergeblutet hat.

Mehr Infos über die Betrugsermittlungen:

http://www.pilotonline.com/business/bz1204tit.html (englisch)

mehr Infos über RMSTs Aufgabe der Bergerechte:

http://www.pilotonline.com/news/nw1126tit.html (englisch)
http://www.pilotonline.com/news/nw0926tit.html (englisch)
http://www.pilotonline.com/news/nw1011tit.html (englisch)

 

April 2003 - Nomadic wurde verlegt und wird untersucht

 
Die Nomadic, das letzte noch existierende Schiff der White Star Line und einer der beiden Titanic-Tender von Cherbourg, wird möglicherweise doch nicht verschrottet. Am 1. April 2003 hat sie ihren Liegeplatz an der Seine unterhalb des Eiffelturms verlassen und wurde von dort Richtung Le Havre geschleppt. Dafür wurden in den vergangenen Monaten die gesamten Decksaufbauten entfernt, damit der Schiffsrumpf unter den Brücken von Paris hindurchpasst. Die Nomadic kommt ins Trockendock, wo ihr Rumpf eingehend begutachtet wird. Anschließend soll ein Konzept erstellt werden, wie das Schiff künftig genutzt werden kann. Die Untersuchung wird von der "Direction des Monuments Historiques" bezahlt - der französischen Denkmalschutzbehörde. Das ist insofern kurios, als die Nomadic nach wie vor in privatem Besitz ist - die Staatskasse zahlt also einem Privatmann die Evaluierung seines Eigentums. Ob die Nomadic weiter genutzt werden kann oder nicht doch noch verschrottet wird, ist unklar.
 

Juli 2002 - Titanic-Überlebende Winnifred van Tongerloo gestorben

 
Winnifred Vera Quick van Tongerloo, eine der letzten vier Überlegenden des Untergangs der Titanic, ist in der Nacht vom 5. zum 6. Juli 2002 gestorben. Sie wurde 98 1/2 Jahre alt. Als die Titanic versank, war sie 8 Jahre alt. Sie war die älteste der noch lebenden Titanic-Passagiere. Winnifred van Tangerloo wurde am 8. Juli 2002 in Detroit beigesetzt.

Mehr Infos unter:
http://www.lansingstatejournal.com/obits/020707.html
(Englisch)

 
2002 - Titanic-Leichen exhumiert
 

Der Versuch, in Kanada per Genanalyse die Identität dreier bisher nicht identifizierter Titanic-Opfer festzustellen, ist abgeschlossen. Zu diesem Zweck wurden im Frühjahr 2001 drei Gräber auf dem Friedhof von Halifax, Nova Scotia, geöffnet. Das Ergebnis: In zwei Fällen reichten die Gewebereste nicht aus, um eine fundierte Analyse machen zu können. Im dritten Fall wurde jetzt ein positives Ergebnis erzielt.

Bei allen drei Opfern gabt es bereits einen sehr konkreten Verdacht bezüglich ihrer Identität. Bei einem der Leichen, einem Mann, sollte es sich um den Sohn eines 1932 verstorbenen Engländers handeln. Der genetische Fingerabdruck des Titanic-Opfers hätte mit dem einer Haarsträhne des angeblichen Vaters abgeglichen werden sollen, die die Nachkommen für die Analyse zur Verfügung gestellt haben. Leider war das exhumierte Gewebe "zu verwässert" für eine Analyse. Dasselbe gilt für ein weibliches Opfer, das etwa 30 Jahre alt gewesen ist. 

Das sogenannte "unbekannte Kind" (so lautete über 90 Jahre lang die Inschrift auf dem Grabstein in Halifax) konnte jedoch erfolgreich identifiziert werden. Ursprünglich tippte man auf Gosta Leonard Palsson, ein 2-jähriges Kind aus Schweden, das mit seinen Geschwistern und dem Vater nach Chicago unterwegs war. Hier steht inzwischen fest: Es handelt sich um ein 13 Monate altes Kind aus Finnland. Eino Viljami Panula war 1912 mit 4 Brüdern und seiner Mutter Maria Emila Ojala in der dritten Klasse auf dem Weg nach Pennsylvania, wo der Vater John Panula sich eine neue Existenz aufgebaut hatte.

Die Identifizierung war möglich, weil die nächsten noch lebenden Verwandten Gewebeproben zum DNA-Abgleich zur Verfügung gestellt hatten. An der Grabstelle waren fast alle Überreste des kleinen Körpers verschwunden - lediglich drei kleine Zähne konnten für die Identifizierung freigelegt werden. Die heute 68-jährige Magda Schleifer aus Helsinki, die Großnichte von Maria Emilia Ojala, war inzwischen am Grab zu Besuch. Die Familie war all die Jahre davon ausgegangen, dass ihre Verwandten entweder mit dem Schiff in die Tiefe gerissen wurden oder vom Bergungsschiff Mackey-Bennet aus eine Seebestattung erhielten.

Maria Schleifer hat ebenfalls verfügt, dass der Grabstein mit der Aufschrift "unknown child" - "unbekanntes Kind" bleiben soll. Unten auf der Säule soll lediglich zusätzlich der Name des Kindes eingraviert werden.

Mehr Infos (teils Deutsch, teils Englisch) unter:

http://www.3sat.de/3satframe.php3?a=1&url=http://www.3sat.de/nano/news/19188/ (deutsch)

http://cbc.ca:80/cgi-bin/templates/view.cgi?/news/2001/05/19/titanic_010519 (englisch)

http://www.canoe.ca/CNEWSFeatures0202/27_titanic-par.html (englisch)

 
2002 - Tauchbericht zur Cameron-Expedition 2001
 
James Cameron hat im Sommer 2001 eine weitere Titanic-Expedition unternommen - diesmal ging es darum, 3-D-Bilder für eine neue Dokumentation zu drehen. Ein ausführlicher Tauchbericht von Ken Marshall, der während dieser Expedition insgesamt gleich viermal zum Wrack getaucht ist, kann jetzt im Internet gefunden werden, leider nur auf Englisch. Trotzdem sind seine detaillierten Beschreibungen, insbesondere vom Inneren des Wracks, die Lektüre wert - notfalls auch mit dem Lexikon in der Hand. Der Bericht ist zu finden unter:

www.flash.net/~sparks12/titanic.htm 

 
November 2003 - Geister der Titanic endlich auch in Deutschland
 

Der neue 3D-Titanic-Film von James Cameron, Geister der Titanic (Ghosts of the Abyss), ist nun endlich auch als deutsche Version in den deutschsprachigen IMAX-Kinos zu sehen. Die Unterwasser-3D-Aufnahmen des Films wurden während einer Expedition 2002 gedreht und sind absolut sehenswert. Die Zeitschrift GEO hat begleitend zum Film ein Buch herausgebracht, welches unter http://www.geowebshop.de ("Titanic" in die Suchoption eingeben) bestellt werden kann.

Folgende Kinos haben den Film unter anderem im Programm:

München, IMAX im Forum am Deutschen Museum
Nürnberg, IMAX am Cinecitta'
Speyer, IMAX-Dome im Technik Museum
Sinsheim, IMAX im Auto & Technik Museum
Berlin, Discovery Channel IMAX, Marlene-Dietrich-Platz
Zürich, Cinemax/Abaton (kein IMAX, sondern als 35mm-Kopie, dafür aber ungeschnitten)

Kleiner Wehrmutstropfen: Die deutsche Version des Films ist um mehr als 10 Minuten gekürzt. Cameron hatte im Original die physische Kapazitätsgrenze der Vorführmaschinen ausgenutzt und fast eine Stunde Material zusammengeschnitten; die deutschen IMAX-Kinos haben jedoch fast alle das Problem, dass ihr Publikum gewohnt ist, dass jeweils zur vollen Stunde ein neuer Film anfängt. Um das gewährleisten zu können, wurde der Film auf etwas über eine Dreiviertelstunde gekürzt. So fehlt zum Beispiel jeder Bezug dazu, dass einer der Tauchgänge am 11. September stattfand und welche emotionalen Reaktionen die Nachrichten vom Attentat auf das World Trade Center bei den Expeditionsteilnehmern auslösten. Dennoch ist auch die gekürzte Version absolut sehenswert.

 
Dezember 2003 - Tragöde auf der Queen Mary 2
 
 
  Die Fertigstellung des neuen Cunard Superliners Queen Mary 2 wurde von einer bitteren Tragödie überschattet. Kurz vor dem endgültigen Auslaufen aus dem Trockendock durften Angehörige der Werftarbeiter das Schiff besichtigen. Die Brücke, über die die Besucher an Bord gehen sollten, hielt dem Gewicht aber nicht stand und brach zusammen; etwa 45 Menschen stürzten über 10 Meter tief auf den Betonboden des Docks. Der Vorfall forderte 15 Todesopfer, 30 weitere wurden teilweise schwer verletzt.  
         
  Mehr Infos über den Unfall:

http://www.cbsnews.com (englisch)

http://www.nzz.ch (deutsch)
 
 
         
 
 

Entsprechend gedämpft viel die Überführungszeremonie des fertiggestellten Schiffes von der Werft in Saint Nazare nach Southampton, dem künftigen Mutterhafen der QM2.

Infos über die Ankunft in Southampton:

http://edition.cnn.com (englisch)

 
         
 

Die offizielle Taufe des Schiffs fand am 8. Januar 2004 statt - die Queen höchstpersönlich hat das Zeremoniell ausgeführt. Die Indienststellung als Linienschiff fand im April 2004 stattfinden.

Mehr Infos über die Queen Mary 2 und ihre Reisen:

http://www.cunard.de/start.php

Bilder © G. Schmidt

 
 
2005 - Warum fuhr die Titanic in der Unglücksnacht so schnell?
 
 

Der Amerikaner Robert Essenhigh, Wissenschafter an der Ohio State University, hat auf einer Tagung der   Geological Society of America, eine Theorie vorgestellt, die erklären soll, warum die Titanic in der Unglücksnacht so schnell fuhr, was die Kollision mit dem Eisberg und den anschließenden Untergang des damals größten Schiff der Welt und den Tod von fast 1500 Menschen zur Folge hatte.
Laut Robert Essenhigh hatte die Titanic zum Zeitpunkt des Eisberg-Crahes eine so hohe Geschwindigkeit trotz der vielen Eisbergwarnungen, da in einem Kohlebunker ein Schwelbrand außer Kontrolle geraten war. Dieser Schwelbrand sei schon von der Hafenfeuerwehr in Southampton vermerkt worden.
Nichts Ungewöhnliches auf einem Schiff der damaligen Zeit, so Robert Essenhigh. Das Gegenmittel war zumeist, so viel Kohle zu verfeuern, dass man an den Herd des Feuers herankam, um ihn dann zu löschen. Denn die Titanic galt als unsinkbar, nicht jedoch als feuersicher. Problem bei der Titanic sei nun die Tatsache gewesen, dass der Schwelbrand so tief lag, dass er auch noch nach mehreren Tagen immer noch nicht offen lag. Deshalb fuhr die Titanic in der Unglücksnacht angeblich annähernd Höchstgeschwindigkeit, um den Brandherd so schnell wie möglich frei zu legen. Eine südlichere Route sei für die Titanic unter diesen Umständen nicht möglich gewesen, da die Titanic wegen des Kohlestreiks dazu nicht genügend Kohle an Vorrat gehabt hätte.
Diese Theorie ist sehr interessant. Denn die alte Version, die Titanic sei wegen des Blauen Bandes so schnell gefahren, ist ja schon seit längerer Zeit klar widerlegt worden. Unschlüssig blieb bis dennoch immer, warum Kapitän Smith, der für seine langjährige Erfahrung bekannt war, so unvorsichtig in das ihm bekannte Eisfeld fuhr. Dazu gibt es bislang den Erklärungsversuch, der besagte, White-Star-Präsident Ismay hätte der Schlagzeigen willen den Kapitän unter Druck gesetzt, um so früher in New York anzukommen. Doch obwohl es dazu eine Zeugin gegeben hat, die ein Gespräch zwischen Kaptitän und Reederei-Präsident mit diesem Inhalt mitbekommen haben soll, ist diese These nicht vollkommen klar.
Robert Essenhighs Theorie ist nun der aktuellste Erklärungsversuch, warum sich die Titanic in der Unglücksnacht so schnell durch die Nacht pflügte. Und dennoch ist sie bereits schon widerlegt worden.

http://www.geosociety.org

 

© Stuart Williamson

Schon bei der Abfahrt in South-
hampton loderte er: der Schwel-
brand, der am Untergang Schuld
sein soll

 
Das Mittel zum Zweck?:
Umso schneller man die
Kohle verbrannt gehabt hätte,
umso schneller hätte man den
Brand löschen können.
 
 
März 2003 - Ultimatum für die "Norway"
         
 

Noch liegt sie friedlich da: die "Norway", hier in
Bremerhaven, soll aber verschrottet werden.

 
Noch zu erkennen: die klassischen Linien eines
Transatlantikliners; die "Norway" lief 1960 als
"France" vom Stapel.
 

Es sieht schlecht aus für die "Norway". Dem Passagierschiff, das mit über 315 Metern Länge bis zur Indienststellung der "Queen Mary 2" das längste Kreuzfahrtschiff der Welt gewesen war, droht die Verschrottung.

Dies teilte die Reederei "Norwegian Cruise Line" (kurz "NCL")  am 25.02. 2005 mit, die 20 Millionen Euro für das Schiff möchte, das seit Mitte 2003 in Bremerhaven aufliegt. Sollte sich bis zum Ende März 2005 kein Käufer finden, werde die "Norway" verschrottet, so die Reederei.

Rückblick:

Am 25. Mai 2003 wurde an Bord der "Norway" durch ein Leck in einem Dampfbehälter gegen 7:00 Uhr im Hafen von Miami eine schwere Explosion ausgelöst. Bei diesem Zwischenfall und dem anschließenden Brand im Maschinenraum waren laut den Angaben der amerikanischen Küstenwache vier Besatzungs-mitglieder ums Leben gekommen, 17 wurden verletzt. Es dauerte eine Stunde bis der Brand gelöscht werden konnte. Alle 3400 Passagiere des Schiffes blieben jedoch unverletzt. Nach dem Unglück wurde die "Norway" Ende Juni 2003 über den Atlantik nach Bremerhaven geschleppt. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Zukunft des Giganten ungewiss. Als das größte Problem stellte sich die Beschaffung eines neuen Kessels heraus. Denn eine Spezialanfertigung hätte   viele Monate gedauert. Es kursierten immer wieder einige Gerüchte über die zukünftige Verwendung der "Norway", die im Mai 1960 als "France" vom Stapel gelaufen war. Mehr als zehn Jahre lang war sie zwischen Le Havre und New York auf dem Atlantik unterwegs. 1974 wurde die "France" dann schließlich aus dem dem Verkehr gezogen, fünf Jahre später hatte die NCL das Schiff gekauft.
Die "France" wurde 1979 bei der deutschen Lloyd-Weft zur "Norway" umgebaut. Mehr Informationen darüber und über den Unfall in Miami erhalten sie hier *.

Stand: 01.03.2005

 
         
April 2005 - "Norway" kurz vor dem Aus
 
 

Nun scheint es festzustehen: nach Pressemeldungen der Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven, der Stadt, in der die "Norway" noch immer an der Kaje liegt, ist das Schicksaal des ehemals größten Kreuzfahrtschiffes der Welt besiegelt: sie soll an eine Abwrackwerft in Südostasien verkauft werden, und das in den nächsten zwei Wochen.

Mit dem Schicksaal der "Norway" hatte sich Mitte März sogar die französische Nationalversammlung beschäftigt. Sie kam zu dem Entschluss, dass sie die "Norway", die einmal als "France" vom Stapel lief, unter Denkmalschutz stellt, wenn sich ein Investor findet. Und genau das ist der Haken und wird der "Norway" wohl zum Verhängnis: die Norwegian Cruise Line verlangt nämlich 20 Millionen Euro für das Schiff, und nach Schätzungen würde ein Umbau und eine Sanierung des mittlerweile maroden Schiffes weitere 200 Millionen Euro verschlingen. Und solch ein Investor ließt sich bislang nicht finden.

Die Gerüchte zum Auslaufen des Schiffes in Richtung Abrwackwerft verhärten sich zwar immer mehr, dem Hafenkapitän von Bremerhaven liegen aber noch keine Informationen für ein baldiges Verlassen des Schiffes vor.

Mehr zum Schicksal der "Norway" erfahren Sie hier.

 
Das Ende ist gekommen: Mitte April geht die
"Norway" wohl nun auf ihre letzte Reise.
 

Bilder © Stefanie Spieker

 
         
Mai 2005 - Neue Termine für Nomadic-Versteigerungen
 
 

Aus einer Pressemitteilung  der beiden französischen Titanic Vereine (French Titanic Society und  Association francaise du Titanic) vom 3. Mai geht hervor, dass ein Pariser Gericht zwei neue Termine für den White-Star-Tender "Nomadic" bekannt gegeben hat.
Das erste Datum ist der 10. November 2005, bei dem das Schiff für  500.000 Euro zur Disposition steht, der zweite Termin ist für den 26. Januar 2006 angesetzt, dann soll der Tender nur noch 250.000 Euro kosten.
Zum Erhalt des Schiffes haben die beiden Vereine den so genannten France-Monaco Plan entwickelt, einem Plan, der den Erhalt des Schiffes sichern soll.

Um für den Erhalt der Nomadic zu stimmen unterschreiben Sie bitte online unter http://www.petitiononline.com/NOMADIC/.
Mehr Informationen zur letzten geplanten Versteigerung finden sie hier. Mehr Information zur Nomadic finden Sie hier auf den Seiten der Nomadic-AG.
 
© Thierry Dufournaud
 
 
Oktober 2005 - Titanic – Special Edition kommt im Oktober 2005
 
 

Nun ist es offiziell – James Camerons „Titanic“ wird noch einmal neu auf den Markt gebracht – und zwar in zwei Versionen. Auf einer Doppel-DVD soll neben dem regulären Kinoepos, dank neuster Technik in brillanter Bild- und Ton-Qualität, eine DVD enthalten sein, auf der fast eine Stunde geschnittenes Material zu finden ist. Es werden also bislang unveröffentlichte Szenen zu sehen sein. Wer das „Story Book“ des Filmes kennt (siehe hier), weiß, welch ergreifende und spannende Szenen den Zuschauer dann erwarten. Um auch während des laufenden Films auf die Extras zugreifen zu können, wird optional ein "Branching"-Feature angeboten, welches an verschiedenen Stellen des Films Verweise auf Bonus-Material einblendet. Außerdem soll eine DVD-Box auf den Markt gebracht werden die zusätzlich neue Dokumentationen, Berichte zur Entstehung des Filmes und zahlreiche Interviews beinhaltet. Aufgrund der Überlänge des Films und der digitalen Bild- und Tonüberarbeitung wird der Hauptfilm dabei alleine 2 DVD’s beanspruchen. Als Veröffentlichungsdatum steht bislang nur der Oktober 2005 fest.

Bislang wurde eine Veröffentlichung eines „Directors Cut“ schon oft diskutiert, schien aber nie umgesetzt zu werden, da der Regisseur selbst diesbezüglich keine Anstalten machte. Zu dem jetzigen DVD-Projekt sagte James Cameron. „Bis vor kurzem war ich noch nicht bereit, an die Konflikte, die Enttäuschungen, die harten Entscheidungen und den unerwarteten und verrückten Erfolg des Films zurückzudenken. Diese Special Edition ist mehr als nur ein Zusammenschnitt von unveröffentlichten Filmszenen. Wir nehmen die Fans mit auf eine neue Reise, die genauso tragisch hätte enden können wie die Jungfernfahrt der Titanic. Zumindest schien es zeitweise so.

 
Juni 2005 - "Norway" verlässt Bremerhaven
 
 

Nach fast zwei Jahren vor den Toren der Lloyd-Werft hat der ehemalige Transatlatikliner "Norway" am Montag, den 23. Mai 2005
Bremerhaven verlassen. Nach einer Kesselexplosion war das innen schwer beschädigte Schiff 2003 nach Bremerhaven gebracht worden und lag seit dem dort auf.
Der Hochseeschlepper "De Da" soll den Liner offiziell nach Singapur bringen, wo es angeblich zum Hotelschiff umgebaut werden soll.

Mehr über die Vergangenheit der "Norway" im Archiv:

Ultimatum für die "Norway"

und

"Norway" kurz vor dem Aus

 
Der Flyer zum Abschied der Norway
 
(Zum Vergößern anklicken)
 
 
Juni 2005 - Das Come-Back eines Stuhls
 
 

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2005 des TIC präsentierte das Vereinsmitglied Christian Amrhein, gelernter Schreiner und Restaurateur, einen originalgetreuen Nachbau eines Stuhls aus der ersten Klasse der Titanic. Es handelt sich um einen wuchtigen Armlehnenstuhl aus dem großen Speisesaal.

Zum ersten Mal, so der Erbauer, wurde ein Stuhl wirklich so geschaffen, wie er 1912 auf der Titanic ausgesehen hatte. Orientiert hatte sich Herr Amrhein an Fotos aus jener Zeit und an einem heute noch existenten Stuhl aus dem Speisesaal des Schwesterschiffes der Titanic, der Olympic. Laut seinen Angaben existieren keine Pläne der Stühle mehr, sodass er sie kurzerhand selbst erstellte. Ohne das Vorbild, das vermutlich 1909 von der werfteigenen Schreinerei gefertigt wurde, wäre der exakte Nachbau wohl unmöglich gewesen. Amrhein legte Wert darauf, das von der Nietengröße- und Anzahl, der Nähte bis hin zu den Schnitzereien alles 100 Prozent dem Original entspricht. Der Stuhl wurde in reiner Handarbeit gefertigt, und der Experte hatte es sich selbst aufgetragen, auch die Methoden und Materialien aus jener Zeit zu verwenden. Tackermaschinen für den Bezug oder moderne Lacke für das Holz schieden damit aus.

Auch beim Bau der Originale muss der Arbeits- bzw. Zeitaufwand für die viele Handarbeit enorm groß gewesen sein. Deshalb muss man allergrößte Hochachtung vor den werfteigenen Möbeltischlern bei Harland & Wolff haben, die in relativ kurzer Zeit insgesamt 1064 für die "Olympic" und die "Titanic" anzufertigen hatten. Sollte die Bestuhlung für das dritte Schiff, die "Britannic" ebenfalls vorgefertigt gewesen sein, erhöht sich die Zahl auf 1596 Stück - eine wahre Armlehnstuhl-Armee! Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es um 1909/1910 noch nicht möglich war, gleiche Teile, wie zum Beispiel die Armlehnen, in großen Stückzahlen maschinell zu schnitzen oder Stuhlbeine (über 4000 Stück!) von Automaten drechseln zu lassen. Es war alles reine Handarbeit, vom Aushobeln der Gestellteile bis hin zum letzten Polsternagel. Eine echte Sisyphusarbeit. Dabei stellt sich die Frage, wie viele Tischler, Drechsler, Bildhauer, Polierer und Polsterer damals bei Harland & Wolff beschäftigt waren; es müssen aber mindestens genauso viele gewesen sein wie die "Metaller", also Nieter, Kesselschmiede, Maschinenbauer etc.

Mit der Enthüllung des Stuhles ging ein Raunen durch den Raum: von nachcholorierten Fotos und Zeichnungen, z.B. aus dem historischen "Shipbuilder" und schließlich aus Camerons "TITANIC" war das "Titanicer"-Auge zu sehr an die eher grüne Farbe des Sitzbezuges gewohnt. Nach langer Analyse von Farbbeschreibungen und dem Inspizieren des über 90 Jahre alten Originals, hatte sich der Bauer aber für die grün-blaue Farbe entschieden, die je nach Lichtverhältnissen eher in die eine oder andere Farbrichtung tendiert.

Zwar wurden für den Cameron-Blockbuster ebenfalls die Stühle des Speisesaals nachgebaut, doch aus Kosten- und Zeitgründen wurde an den Details, wie beispielsweise an den Schnitzereien oder dem Lederbezug, geschlampert. Bei seinem Exemplar, so Amrhein, stimme hingegen nahezu alles.

 
 

© Malte Fiebing

Das Original im "Einsatz" auf der Olympic

 
 
Juli 2005 - Zum Abschied rollen Tränen
 
"Norway"-Schleppzug fährt 70 Tage bis nach Malaysia- NCL sagt nichts über die Zukunft des Schiffes-Hunderte im Hafen
 

Überseehäfen (bro/fm). Der Hochseeschlepper "De Da" ist ein Kraftprotz. Aber auch der braucht noch gute 70 Tage, die "Norway" nach Fernost zu schleppen. Anfang August soll der mehr als 500 Meter lange Schleppzug vor der Küste Malaysias auftauchen. Und dann? Niemand weiß es. Beim Abschied von Bremerhaven rollten gestern sogar Tränen.

Wie sie heißt, mochte die junge Frau nicht sagen. Sie arbeitet bei der Norwegian Cruise Line, bis gestern früh auf der "Norway": "Ein wunderschönes Schiff", sagt sie, winkt ihren Kollegen an Bord zu. Nur 29 sind geblieben von einst 1000. Sie werde nun kurz auf die "Pride of America" wechseln, sagt die Frau, dann auf die "Norwegian Jewel". Ob sie traurig ist? "Ja, sehr." Dann rollen die Tränen. Aber vielleicht gelten sie auch viel mehr dem philippinischen Rudergänger, der ihr auf dem Weg  zur Schleuse immer wieder herunterwinkt. "Sie wird weiterfahren", sagt sie beinahe trotzig. "Sie wird weiterfahren..."
An Bord, weiß Editha Satow, seien die Hoffnungen ähnlich. "Sie hängen an ihrer Norway", so wie die Franzosen noch ihrer "France" hinterher trauern. Editha Satow war am Sonntagabend ein letztes Mal an Bord, um sich zu verabschieden und von der Crew Unterschriften unter einem Bordstempel zu sammeln, wie sie es immer gemacht hat, wenn sie an Bord gewesen ist. Mindestens 25 Reisen hat sie auf der "Norway" erlebt, weil  ihr Mann Schiffsingenieur bei der Lloyd Werft war und zuständig für die Maschine der "Norway". Vor zwei Jahren begutachtete er auch in Miami die Schäden der Kesselexplosion, bei der acht Matrosen ums Leben gekommen waren. Was mit der "Norway" als einem der klassischen Transatlantikliner geschehen wird? Auch Kurt Satow weiß es nicht. Die Reederei Star Cruise- Mutterkonzern von NCL- hatte zwei Jahre Zeit, sich etwas zu überlegen. "Es ist alles an den Kosten gescheitert."
NCL-Sprecherin Eva Marx muss daher noch immer die Antwort schuldig bleiben, welche Pläne die Reederei verfolgt. Eine Entscheidung, rechnet sie, werde wohl nicht vor der Ankunft in Port Klang in der Nähe von Singapur  fallen. Ende Juli, Anfang August soll die "Norway" eintreffen.
Für die lange letzte große Reise wurden die Bullaugen mehrere Decks hoch verschraubt. Wahrscheinlich wird der eine oder andere Sturm auf dem Atlantik, am Kap der Guten Hoffnung oder dem Indischen Ozean am Schiff  zerren. Mehr als 500 Meter lang ist der Schleppzug.
Lutz Zache  ist traurig, dass die  "Norway" die Seestadt verlassen hat: "Ich habe damals beim Umbau von "France" in "Norway"  mitgearbeitet", erzählt der Rentner. "Das ist ein Verlust für Bremerhaven. Das Schiff hat immer Touristen angelockt." Er glaubt, dass es die letzte Fahrt des Kreuzliners sein wird. "Da ist Asbest drin, die könnten sie hier nicht abwracken. Aber in Asien kümmert das keinen."
Ähnliches befürchtet auch Klaus Wesemann aus Schiffdorf.  "Reparatur und Betrieb sind viel zu teuer", sagt der frühere Seemann. Aber der Gedanke, dass sie in einen Hochofen wandern könnte, tut weh."


Aus: Nordseezeitung vom 24.05. 2005

Mehr Infos zur "Norway" im Newsarchiv (unten)

 
August 2005 - "Queen Mary" hoch verschuldet
 
 

Die "Queen Mary", die als Hotelschiff in Long Beach liegt, ist mit 4,4 Millionen Dollar Schulden belastet - allein im Jahr 2004 wuchs der Schuldenberg um 2,8 Millionen Dollar.

Die Firma "Queen's Seaport Development Inc.", die das Schiff von der Stadt Long Beach least, versuchte erneuet bei der Stadtverwaltung einen Kredit für das laufende Jahr zu beantragen, um das Schiff weiter betreiben zu können. Dieser wurde bislang nicht gewährt und so steht der erst 1998 gegründete Konzern vor dem Aus.

Außerdem wird der Firma vorgeworfen, Gelder veruntreut und Steuergelder nicht bezahlt zu haben. Ermittlungen in diesen Fällen sind bereits in Gang gebracht worden.

Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, wurde das operative Tagesgeschäft der Queen Mary an die "RMS Foundation", einem gemeinnützigen Verein, übergeben. Dieser Verein ist nun dabei, alles umzukrempeln und ein Sprecher machte bereits die Aussage, man mache in diesem Jahr einen weitaus geringeren Verlust beim Betreiben der Queen Mary wie die Firma im Jahr zuvor. Das liegt zum Teil auch daran, dass der Verein von der geringeren Leasingkosten, die die Stadt für das Schiff verlangt profitiert - nämlich "nur" noch 25.000 $ im Monat.

Dem Verein wurde zudem ein Kredit gewährt, um in das direkte Umland der Queen Mary investieren zu können. Die Zukunft der Queen Mary scheint kurzfristig gesichert.

 
 
Bilder © Malte Fiebing
 
 
September 2005 - Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde: 13 Jähriger taucht zur Titanic
 
 
Bild © Brigitte Saar
 

Bald  ein  Bild der Vergangenheit?
Noch wird die "QM2" bejubelt, hier
im  Hamburger  Hafen im  August.


Bild © Daniel Barabás

 

Michael Harris, Expeditionsleiter einer Titanic-Expedition, die Ende August am Wrack des ehemaligen Ozeanriesen stattfand, nahm seinen 13 jährigen Sohn Sebastian Harris in der Tauchkapsel "MIR 2" des russischen Forschungsschiffes "Keldish" (bekannt aus James Camerons "Titanic") mit in fast 4000 Meter Tiefe. Bei dieser Expedition wurde unter anderem ein neues Trümmerfeld 900 Meter südlich der Bugsektion entdeckt. Damit war der Beweis erbracht, dass die Titanic viel südlicher, als es die Lage der beiden großen Wrackteile vermuten lässt zu sinken und auseinander zu brechen begonnen haben muss. Das Trümmerfeld sei seit 93 Jahren unberührt gewesen, so Harris. Das beweise die Anzahl von Tellern und persönlichen Gegenstände von Passagieren, die überall auf dem schlammigen Boden verteilt liegen.
Die Geschichte der Titanic beschäftigt Familie Harris nun seit bereits 25 Jahren; der Vater von Michael Harris, ein Entdecker und Dokumentarfilmer, leitete zu Beginn der 80'er Jahre mehrere, leider erfolglose, Suchexpeditionen zum Wrack der Titanic. Michael Harris ist heute der Betreiber von "Titanic-The Experience" in Orlando (Florida) und tauchte bereits acht Mal zum Wrack der Titanic.

 
 

September 2005 - Neuer Auftrag für Titanic Werft "Harland & Wolff"

 
  In der Geschichte der Belfaster Werft "Harland & Wolff" gibt es einen kleinen Lichtblick: der insolvente Betrieb, der den Schiffsbau seit nun fast 2 Jahren völlig eingestellt hat aber zum Teil noch über schwerer Gerät zum Schiffsbau, wie die beiden gewaltigen Kräne, verfügt, konnte unter dem Namen "H&W Heavy Industries" einen 1 Million Pfund schweren Auftrag an Land ziehen: für einen Offshore-Windpark vor der Küste Großbritanniens wurde der Kran "Samson" vermietet der benötigt wird, große Teile der Windkraftanlagen an Bord der Spezialschiffe zu hieven.  
Bilder © Gertrud Schmidt
 
 
September 2005 - Queen Mary 2: Ablösung als größtes Passagierschiff der Welt
 
 

Anfang August wurde sie im Rahmen des "Queen Mary 2 Days" in volksfestähnlicher Stimmung im Hamburger Hafen empfangen: bereits zum zweiten Mal steuerte die "Queen Mary 2" der britischen Cunard Reederei Deutschland an.

Doch ihre letzten Tage als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt sind bereits gezählt: am 18. August lief auf der finnischen Kvaerner-Masa-Werft der Rumpf der "Freedom of the Seas" für die Konkurrenzreederei von Carnival Cruise Line, dem amerikanischen Mutterkonzern Cunard, Royal Carribean Cruise Line vom Stapel. Mit über 56 Metern Breite wird der neue Superliner die "QM2" um fast 15 Metern übertreffen. Insgesamt sollen auf der "Freedom of the Seas" insgesamt 4370 Passagiere Platz finden, die QM2 ist dagegen für rund 2600 Passagiere ausgelegt. Mit 15 Decks und geschätzten 900 Millionen Dollar Baukosten wird das neue Schiff alles Dagewesene sprengen. Sie wird eine Bruttoregistertonnenzahl von 158.000 haben.

Es wird sich um ein typisch amerikanisches "Fun"-Schiff handeln; so wird es eine Kletterwand, Eislaubahn und Wasserrutschen geben. Am 24. April 2006 soll das Schiff der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Und wo? Natürlich in Hamburg!

Aber einen Wehrmutstropfen gibt es für alle "QM2"-Fans: den Titel längstes Kreuzfahrtschiff der Welt wird sie behalten: denn die "Freedom of the Seas" ist rund  6 Meter kürzer...

 

Bild © Daniel Barabás

Bald  ein  Bild der Vergangenheit?
Noch wird die "QM2" bejubelt, hier
im  Hamburger  Hafen im  August.

 
 
2005 - QM2: Vor der Ablösung als größtes Passagierschiff der Welt bei Blohm & Voss
 
 

Bevor die "Queen Mary 2" im April nächsten Jahres den Titel "größtes Schiff der Welt" an die "Freedom of the Seas"  (siehe hier) verliert, wird sie im November diesen Jahres bei Blohm & Voss in Hamburg ihre erste Dockung seit ihrer Fertigstellung durchführen.

Der Gigant wird vom 08. November bis zum  19. November in Hamburg erwartet.

Bild © Daniel Barabás

 
 
November 2005 - Neuer Versteigerungstermin für "Titanic"-Tender "Nomadic": GESCHEITERT
 

Am Donnerstag, den 10. November 2005 war es Mal wieder soweit: die "Nomadic", das letzte Schiff der White-Star-Line, das unter anderem als Tender zu Zeiten der Titanic fungierte, sollte endgültig versteigert werden.

Seit April 2003 liegt das Schiff in Le Havre und ist dank des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation und dem französischen Titanic-Verein immer noch schwimmfähig. Die Versteigerung sollte am 10.11. um 14:30 Uhr im Tribunal de Grande Instance in Paris stattfinden. Das Mindestgebot lag bei 500.000 €.

Es waren sechs Interessierte bekannt: ein amerikanischer Sammler, eine Firma aus Monaco, drei private Sammler und die britische Regierung. Die britische Regierung strebte den Kauf der Nomadic angeblich für den geplanten Themenkomplex "Titanic Quarter" in Belfast an.

Doch auch dieses Mal fand sich kein Bieter für das Eröffnungsangebot von 500.000 €. Nach Angaben von Vertretern des französischen Titanicvereins waren einige der angeblich Interessierten erst gar nicht zur Aktion im Paris "Tribunal de Grande Instance" erschienen. Nur ein Vertreter eines zukünftigen Schifffahrtsgesellschaft aus Monaco wurde gesichtet.

Nun wurde ein neuer Versteigerungstermin vereinbart: Am 26.01.2006 um 14:30 Uhr soll die "Nomadic" unter den Hammer kommen: diesmal für "nur" 250.000 €.

Mehr Informationen zur "Nomadic" und eine aktuelle Bildergallerie finden Sie hier.

Siehe auch Wieder keine Entscheidung im Fall „Nomadic"

 
2005 - Spiegel: Titanic ging angeblich viel schneller als angenommen unter
 
 

Ein Maschineteil (B. Saar)

 

In einem Artikel in der Zeitschrift "Spiegel" wird behauptet, dass der Fund der zwei neuen, bisher unbekannten Rumpfteile, die auf der Expedition, die in diesem Sommer im Rahmen einer Dokumentation des US-Senders "History Channel" stattgefunden hatte, darauf schließen lässt, dass die sinkende Titanic viel schneller in die Tiefe gezogen wurde, als bisher angenommen wurde.

Die zwei neu entdeckten Teile liegen etwa 500 Metern vom zerbrochenen Wrack der Titanic entfernt und sind jeweils rund 12 mal 27 Meter groß. Laut Robert Long, der den Fund analysiert hat, ist die Titanic erst in zwei Teile zerbrochen, als die untere Sektion abgerissen sei.

Bislang wurde laut Artikel angeblich angenommen, dass das Heck der Titanic bis zu 20 Minuten nach dem Abriss und Versinken des Buges noch an der Wasseroberfläche trieb. Dabei stützte man sich laut des Autors vor allem auf Aussagen von Überlebenden, die den Untergang aus dem Rettungsboot beobachtet hatten, und die berichteten, das Heck sei minutenlang "wie ein Korken" geschwommen, bis es letztendlich fast senkrecht aufgerichtet in den Fluten versank.

Anmerkung: Die Fachliteratur spricht seit Jahren von geschätzten drei Minuten, in der das Heck noch an der Oberfläche blieb. Woher der Spiegel-Autor die 20-Minuten-Theorie nimmt, bliebt die einzige Neuheit in diesem Artikel.

Der Vorstand des TIC schickte aus diesem Grund einen Leserbrief an die Spiegel Redaktion, der hier zu finden ist.

 
 
Januar 2006 - "Nomadic" gerettet - Rückkehr nach Belfast
 
 

Am Donnerstag, den 26.01.2006 wurde die Nomadic, das letzte noch existierende Schiff der White Star Line, endlich für den Preis von 250.001 € an die britische Regierung versteigert.

Wie Pressemitteilungen zu entnehmen war, ist geplant, das Schiff nach Belfast zu holen - sozusagen zurück an seine Geburtsstätte in die Werft Harland & Wolff, auf der neben dem Tender auch die Titanic und ihre Schwesterschiffe entstanden waren.

Nun muss nur noch die Summe für die Überführungen von Le Havre und die Restaurierung aufgebracht werden.

Der Versteigerung war ein jahrelanges Bangen und Hoffen aller Nomadic-Fans vorausgegangen
(siehe Nomadic-AG & Newsarchiv).

 
 

Bilder © Thierry Dufournaud

 
 
März 2006 - John Parkinson aus Belfast verstorben
 
 

John Parkinson, der von allen sehr verehrte Präsident der nordirischen Belfast Titanic Society, ist am 1. März 2006 verstorben.

Er war immer sehr stolz auf die Titanic gewesen und auf die Tatsache, dass sein Vater drei Jahre lang als Joiner, einer Art Schreiner, an ihrem Bau beteiligt gewesen war. Oft erzählte er, wie er seinen Vater als kleiner Junge zu seiner "Arbeitsstelle Titanic" begleitet hatte und mit ihm zusammen beobachtete, wie die Titanic am 2. April 1912 den Belfast Lough in Richtung der Irish Sea verließ.

John war in der Titanic-Szene als sehr liebenswerter und bescheidener  Mensch bekannt. Am 7. Januar hatte er seinen 99. Geburtstag gefeiert.

Im Namen des Titanic Informations Centers Deutschland e.V. möchte ich unser Bedauern aussprechen.

Malte Fiebing, Vorstand-Süd

 

Bild © Gertrud Schmidt

 
 
Mai 2006 - Titanic-Überlebende verstorben
 
Die letzte amerikanische Überlebende des "Titanic"-Untergangs von 1912, Lillian Asplund, ist am 6. Mai 2006 im Alter von 99 Jahren gestorben. Asplund war fünf Jahre alt, als der Luxusliner im Nordatlantik mit einem Eisberg kollidierte und sank. Lillians Mutter, Selma Asplund, gelangte zusammen mit ihrer kleinen Tochter und ihrem damals dreijährigen Sohn Felix in eines der Rettungsboote. Die drei wurden dann geborgen. Der Vater und drei weitere Söhne, darunter ein Zwillingsbruder Lillians, blieben an Bord zurück und gingen mit dem in Southampton (England) gestarteten Schiff unter.
Damit gibt es weltweit nur noch zwei andere Überlebende der Titanic-Katastrophe: Millvina Dean und Barbara West Daintin, die beide in England leben.
 
Juli 2006 - Countdown für Jahreshauptversammlung 2007 hat bereits begonnen
 
 

Es war ein tolles Wochenende - auch wenn das Wetter leider nicht wirklich mitspielte. Am letzten Wochenende im Mai trafen sich in Regensburg einige Mitglieder und Begleitpersonen des Titanic Informations Center Deutschland e.V. um ein paar Tage in "titanischer Atmosphäre" zu verbringen. So stand neben der offiziellen Jahreshauptversammlung, in der der neu gewählte Vorstand West Wolfgang Skudlarek aus Mainz dem bestehenden Duo aus Vorstand Ost (Daniel Barabás) und Vorstand-Süd (Malte Fiebing) zur Seite gestellt wurde auch eine Donauschifffahrt, bei der sich der Wetter sogar kurzeitig gebessert hatte und richtige Sommerstimmung an Deck aufkam, auf dem Programm. Ein echtes Highlight war sicherlich der reich bebilderte Vortrag von Special Guest Carl Spencer, einem englischen Wrack-Taucher, der den interessierten Zuhörern von seiner Erforschung der Britannic, dem Schwesterschiff der Titanic, das im ersten Weltkrieg als Hospitalschiff auf eine deutsche Mine lief und vor Kea (Griechenland) auf Grund liegt, erzählte.

Nach diesem Wochenende hat der Countdown für die nächste Jahreshauptversammlung bereits begonnen, die VORAUSSICHTLICH vom 18. bis 20. Mai 2007 VORAUSSICHTLICH an Bord der "Stena Germanica" (Route Kiel - Göteborg - Kiel) stattfinden wird. Ein Anmeldeformular für diese Jahreshaupt-versammlung werden Sie bei Zeiten auf dieser Website finden.

 
 
 
 
August 2006 - Endgültiges Ende für die "Norway" (ex "France")
 
 
 
 

Der ehemalige Transatlantikliner France wurde nach Angaben der Reederei „Star Cruises“ an ein Abwrackunternehmen verkauft. Eine Klausel im Vertrag untersagt das Schiff für „eine kommerzielle Nutzung jeglicher Art“ zu verkaufen, d.h. die jetzigen Besitzer dürfen das Schiff nur an andere Abwrackunternehmen verkaufen. Es gab die Hoffnung, dass das letzte Wort vielleicht dennoch noch nicht gesprochen war, da die Öffentlichkeit wie im Fall des Flugzeugträgers Clemenceau begann, sich gegen ein Abwracken in Indien zu stellen. Angeblich existierten diverse Parteien, die Interesse an der Norway zeigten, um z.B. ein Hotelschiff aus ihr zu machen. Dagegen sprach jedoch die Klausel im Vertrag mit dem Abwrackunternehmen. Am 2. August kam dann schließlich die Entscheidung des indischen Verfassungsgerichts: der mit Asbest verseuchte Luxusliner wird auf dem Schiffsfriedhof „Alang“ abgewrackt.

Im „Alten Kraftwerk“ in Bremerhaven läuft zum 24. August 2006 die Ausstellung „Die letzten Bilder der Norway“. Gezeigt werden alte und neue Bilder des Schiffes, ein Film auf englischer Sprache und einige alte Prospekte aus den 70er Jahren. Mehr Informationen unter
http://www.altes-kraftwerk.de/

(Rubrik „Veranstaltungen“).

 
 
November 2006 - Titanic-Reise nach Halifax, Nova Scotia, Kanada
 

Die englische Firma „Titanic 95th“ veranstaltet in  Zusammenarbeit mit der British Titanic Society (Großbritannien), der Association Francaise du Titanic (Frankreich), der Titanic International Society (USA), dem Titanic-Verein Schweiz (Schweiz) und dem Titanic Informations Center Deutschland e.V. (Deutschland) im April 2007 eine Reise nach Halifax in Kanada. Diese Stadt hat in der Geschichte der Titanic eine große Rolle gespielt und tut dies noch immer. Vereinsmitglieder profitieren von den reduzierten Vorteilspreisen (siehe unten).

Da das Detail-Programm noch ausgearbeitet wird, folgt hier ein Programmentwurf (Änderungen vorbehalten!).

Freitag, 13. April 2007
Abflug in London-Gatwick um ca. 10 Uhr morgens (es empfiehlt sich also die Anreise am Vortag!). Mit einer eigens gecharterten Boeing 757 Flug nach Halifax (5½ Stunden), wenn möglich über die Wrackstelle der Titanic. Landung um ca. 11 Uhr (Lokalzeit). Nach dem Transfer in das Hotel Orientierung über die Attraktionen von Halifax, mit und ohne Titanic. Am Nachmittag begleitete oder unbegleitete Stadtrundgänge.

Samstag, 14. April 2007
Frühstück, weitere Rundgänge und Vorträge, am Abend Gala Dinner, zur Untergangsstunde Gedenkgottesdienst auf einem der Friedhöfe mit Titanic-Gräbern.

Sonntag, 15. April 2007
Weitere Vorträge am Vormittag und die Möglichkeit für Sightseeing. Am frühen Abend Transfer zum Flughafen und Rückflug nach England.

Montag, 16. April 2007
Rückkunft am frühen Morgen in England. Individuelle Rückreise.

Inklusivleistungen
- Flug von England nach Halifax und zurück (inkl. Flughafentaxen, Flugzeug nach IATA-Vorschriften)
- Hotel inklusive Frühstück (2 Nächte)
- Rundgänge in Halifax (inklusive Friedhöfe und Maritime Museum)
- Gala Dinner
- Vorträge (englischsprachig)
- Transfer vom Flughafen Halifax zum Hotel und zurück

Bei allen Veranstaltungen wird selbstverständlich dafür gesorgt, dass kein Deutschsprachiges Mitglied zu kurz kommt oder verloren geht.

Preise & Anmeldung
Doppelzimmer £ 449 (ca. € 670) pro Person (TIC-Mitglieder £ 419, ca. €  625)
Einzelzimmer £ 479 (ca. € 715) pro Person (TIC-Mitglieder £ 449, ca. €  670)

£ 150 (ca. € 225) Anzahlung sind sofort nach der Buchung per Check oder Bank (Daten werden nach Anmeldung mitgeteilt) fällig, die Schlussrate im Dezember 2006.

Anmeldungen mit Zimmerwunsch an: Titanic Informations Center Deutschland e.V., c/o Malte Fiebing, Wolfshalde 48, 73061 Ebersbach

Das Titanic Informations Center Deutschland e.V. ist nicht für die Gestaltung des Programms oder der Durchführung der Reise verantwortlich. Veranstalter der Reise ist die Firma „Titanic95th“.
Weitere Details im Internet unter: www.titanic95th.co.uk

 
Januar/Februar 2007 - TITANIC: Einladung zu einer Zeitreise
 
 

Mit "Titanic: Einladung zu einer Zeitreise" kommt diesen Sommer eine der größten Artefaktesausstellungen zum Thema Titanic nach Deutschland – das „Titanic Informations Center Deutschland e.V.“ ist mit im Boot.

 Ab dem 16. Juni 2007, am Tag der Eröffnung der "Kieler Woche 2007", startet in der Ostseestadt Kiel die Ausstellung "Titanic: Einladung zu einer Zeitreise". Als Veranstaltungsort wird die Osteseehalle in der Kieler Innenstadt genutzt. Malte Fiebing, Vorstand des „Titanic Informations Center Deutschland e.V.“ konnte als wissenschaftlicher Berater des Ausstellungsteams gewonnen werden. Als Referenten der öffentlichen Vortragsreihe, die parallel zur Ausstellung im Tagungszentrum der Ostseehalle stattfinden wird, treten Mitglieder des Titanic Informations Center Deutschland e.V. auf.

 Zur Ausstellung

An die 300 ausgewählte Artefakte, die aus knapp 4.000 Metern Tiefe in verschiedenen Expeditionen vom Grund des Nordatlantiks geborgen wurden, werden die wahre Geschichte des berühmtesten Schiffes der Welt erzählen. Unter anderem wird zum ersten Mal in Europa auch ein Nachbau des vorderen Treppenhauses der Ersten Klasse inklusive gewölbter Kuppel im Maßstab 1:1 zu sehen sein – der wohl berühmteste Ort an Bord der Titanic - und das nicht erst, seit dem sich Camerons „Rose“ und „Jack“ dort an der großen Uhr verabredet haben.

Die Ausstellung wird in mehrere Abschnitte unterteilt sein, die mit Originalstücken der Titanic, Überbleibseln von persönlichen Gegenständen der Passagiere oder der Besatzung aber eben auch mit zahlreichen Nachbauten im Maßstab 1:1 gespickt sein werden. Dazu gehört beispielsweise auch ein Nachbau des vorderen Brückenhauses, in dem die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben werden, zum Beispiel einen vom Wrack geborgenen Maschinentelegraphen oder ein Kompassgehäuse zu bestaunen. Der krasse Unterschied zwischen der Ausstattung der Dritten und der Ersten Klasse soll beispielsweise auch mit einer Rekonstruktion einer 4-Bett Kabine, wie sie die Auswanderer genutzt haben und einem Nachbau einer Suite vom Oberdeck verdeutlicht werden.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen aber selbstverständlich nicht die Nachbauten, sondern die Stücke vom Wrack der Titanic, die kostenaufwendig geborgen und mühsam für die Zukunft konserviert wurden. Unter den Objekten werden sich ganz banale Gegenstände des Alltags befinden: ein Koffer, ein Hut, eine Haarbürste. Doch jeder dieser Gegenstände erzählt eine Geschichte, der eine die Geschichte von einem mittellosen Auswanderer, der sein Hab und Gut verkauft hatte, um sich eine Schiffspassage in die „Neue Welt“ leisten zu können, der andere zeugt von dem unvorstellbaren Luxus und der maßlosen Verschwendungssucht, die nur ein paar Decks höher an der Tagesordnung waren. Natürlich wird noch viel mehr zu entdecken sein – alles soll hier natürlich noch nicht verraten werden.

Daten

Die Ausstellung läuft ab dem 16. Juni  bis zum 12. August 2007 in der Ostseehalle in Kiel.

Besuch der Ausstellung mit dem TIC

Wer diese Ausstellung auf keinen Fall verpassen möchte, hat die Möglichkeit, sie im Rahmen der Jahreshauptversammlung des „Titanic Informations Center Deutschland e.V.“ und den Feierlichkeiten des 10jährigen Bestehens des Vereins am 7.7.2007 zu besuchen und an einer Gruppenführung teilzunehmen. Im Anschluss wird jeder Besucher selbstverständlich zusätzlich die Möglichkeit haben, sich die Ausstellung in Ruhe individuell anzuschauen.

Mehr Informationen auf der offiziellen Homepage der Ausstellung: www.titanic-zeitreise.de

 
 
 
 
 
 

  alle Bilder außer Poster © RMS Titanic Inc.

 
 

Special: Britannic-Orgel

 

Im Museum für Musikautomaten Seewen, Schweiz, 15 km südlich von Basel ist man sicher, die lange vermisste Orgel der Britannic – Schwesterschiff der Titanic – entdeckt zu haben.

Das Instrument, welches auf Zeichnungen dokumentiert ist, war nahezu ein Jahrhundert lang verschwunden. Orgelbauer reinigten drei normalerweise nicht zugängliche Stellen der Windlade der Orgel und fanden dabei dreimal den gleichen Hinweis eingestanzt: Britanik.

Das Museum war der Meinung, dass die Orgel aus den Jahren 1912 bis 1914 stammen müsste, doch es fehlten die Hinweise auf vor 1920. Historische Welte-Kataloge im wissenschaftlichen Archiv zeigen aber ein Foto einer Orgel im Treppenhaus der Britannic. Der Australische Organist David Rumsey, der die Restaurierung betreut, ist gleicher Meinung: “Es handelt sich um eine Welte-Philharmonie - eine pneumatische Orgel welche sowohl von einem Organisten als auch mit einer Papierrolle gespielt werden kann. Die Register, Geschichte und Bauart der Orgel deuten auf eine Datierung um 1913 hin. Die Orgel ist nahezu baugleich mit der Aufnahmeorgel M. Welte & Söhne in Freiburg im Breisgau und wenn sie – wie nun sicher für die Britannic gebaut wurde - dann dürfte sie im Frühjahr 1914 auch dort eingebaut worden sein. Da sich aber im Sommer 1914 mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Rahmenbedingungen erheblich änderten und das Schiff zum Lazarettschiff umgerüstet wurde, wurde die Orgel von der Firma Welte wohl wieder ausgebaut und eingelagert.

 
Ansicht der Fabrikanlage der Firma M. Welte & Söhne Freiburg i. Br.
 

In den letzten Jahren gab es immer wieder Spekulationen über die Orgeln auf den Schwesterschiffen der Olympic-Klasse. Die im Mai 1911 fertig gestellte Olympic wurde wohl noch ganz ohne Orgel geplant. Das Schiff wurde von den Reisenden der Nordatlantikroute jedoch so sehr geschätzt, dass man sich für die im Frühjahr 1912 fertig gestellte Titanic eine Steigerung des Komforts einfallen lassen wollte. Wahrscheinlich zu dieser Zeit ging die Bestellung für eine pneumatische Orgel an die Firma Welte in Freiburg, die mit ihren Instrumenten auf den internationalen Weltausstellungen der damaligen Zeit bereits Weltruhm erlangt hatte. Vielleicht gab es Pläne für den Einbau einer Welte-Philharmonie-Orgel, der neuesten Errungenschaft der Firma zu dieser Zeit. Doch in der kurzen Zeit zwischen Bestellungseingang bei Welte und Jungfernfahrt der Titanic konnte wohl nur das Projekt einer kleinen Salonorgel zu realisieren versucht werden. Auch diese Orgel wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig gestellt, so dass sie nie auf hoher See aufspielte. Die so genannte Titanic-Orgel – ein Orchestrion ohne Spieltisch – ist heute im Deutschen Musikautomatenmuseum in Bruchsal zu sehen (siehe hier).

Eine weitere Steigerung plante man dann für das dritte Schwesterschiff der Olympic-Klasse, welches ursprünglich auf den Namen Gigantic getauft werden sollte. Nach dem Untergang der Titanic am 15. April 1912 wurde dieser Ozeanriese jedoch eilig in Britannic umbenannt. Noch vor der Titanic-Katastrophe fand im Dezember 1911 die Kiellegung dieses dritten Schiffes gleicher Größenordnung statt. Der Stapellauf verzögerte sich nach der Titanic- Katastrophe aber ins Jahr 1914. In dieser Zeit wurden wohl die Pläne nochmals überarbeitet und die Sicherheit des Schiffes nochmals diskutiert. An den Plänen für den Einbau einer Welte-Philharmonie-Orgel dürfte sich dabei aber nicht viel geändert haben, so dass angenommen werden kann, dass bei der Firma Welte bereits im Jahre 1913 an der Orgel der Britannic gearbeitet wurde. Im Treppenhaus der ersten Klasse war eine große, über zwei Stockwerke reichende Orgel vorgesehen, die zur Erbauung und Unterhaltung der Passagiere aufspielen sollte. Es könnte im übrigen durchaus möglich sein, dass der Einbau einer Welte-Philharmonie-Orgel auch für das identische Treppenhaus der Titanic angedacht worden war, doch wegen des engen Zeitplanes und des Untergangs des Schiffes konnte dieser Plan nicht zur Ausführung gelangen. Welte-Philharmonie-Orgeln gelangten zudem erst ab 1911 in den Verkauf und erst ab 1912 konnten erste Modelle wirklich ausgeliefert werden.

Ende Juli 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und die britische Admiralität beschlagnahmte alle großen Passagierschiffe, um sie für kriegswichtige Zwecke als Truppentransporter oder Lazarettschiffe einzusetzen. Auch die Britannic wurde bis Dezember 1915 umgerüstet und danach rund elf Monate im Kriegsdienst eingesetzt. Als schwimmendes Lazarettschiff lief sie am 21. November 1916 vor der Insel Kea in der Ägäis auf eine deutsche Seemine und sank ohne auch nur einen einzigen zivilen Passagier befördert oder ein einziges Mal auf der ihr zugedachten Nordatlantikroute verkehrt zu haben. Ein Foto aus dieser Zeit im Kriegsdienst zeigt das Treppenhaus der Britannic im absoluten Rohbauzustand mit nackten, weiß gestrichenen Metallwänden. Holzteile vom Treppenhaus des Dampfers tauchten in späteren Jahren jedoch in Sammlerkreisen auf und weisen darauf hin, dass der Innenausbau der Britannic zur Zeit der Beschlagnahmung im Juli 1914 schon weit fortgeschritten war. Und aus dem Sommer 1914 stammen wohl auch das Foto im Katalog der Firma Welte und die entsprechenden Zeichnungen, welche belegen, dass auf der Britannic ein Instrument in der Größenordnung einer Welte-Philharmonie-Orgel eingebaut war. Foto und Zeichnungen beweisen die Existenz der Orgel, weitere Hinweise und eine entsprechende Orgel konnten jedoch lange Zeit nicht gefunden werden.

 
 

Die Firma Welte spricht von einer „Welte-Philharmonie-Orgel an Bord eines großen englischen Dampfers“ und nennt die Britannic nicht namentlich. Dies wohl deshalb, weil die Orgel im Spätsommer 1914 wieder ausgebaut und eingelagert werden musste und die Britannic nie als Passagierdampfer unterwegs war. Da die Britannic gesunken war, konnte die Orgel nach dem Krieg nicht wie geplant wieder eingebaut werden. Ihre Spur verliert sich. Sowohl von Seiten der Erbauer des Schiffes, Harland & Wolff im irischen Belfast, als auch von Seiten der Firma Welte sind keine Unterlagen zum Verbleib der Orgel aufzufinden.

Um 1920 ließ sich der Stuttgarter Fotoapparat-Fabrikant August Nagel (1882-1943) eine Welte Philharmonie-Orgel in die herrschaftliche Villa einbauen. Als großer Musikliebhaber leistete er sich eine Orgel der weltbekannten Firma aus dem benachbarten Freiburg. Instrumente dieser Art waren auch in Villen von Industriemagnaten oder in den Residenzen der Aristokratie der damaligen Zeit, ein außergewöhnlicher Luxus, doch gab es eine nicht geringe Anzahl vergleichbarer Orgeln, wie Kundenlisten der Firma Welte zeigen. Um 1935 gab Nagel das Instrument aus unbekannten Gründen wieder an den Freiburger Hersteller zurück. Es wurde in der Folge im Jahre 1937 im Festsaal des Glühlampen-Herstellers Radium in Wipperfürth im Rheinland eingebaut. Der damals junge Orgelbauer Werner Bosch (1916-1992) ergänzte die Orgel im Dienste der Firma Welte um einige Register und installierte sie in Wipperfürth. Dort blieb sie bis in die 1960er Jahre in Gebrauch und wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der endgültigen Einstellung des Betriebs der Firma Welte vom nun selbständigen Orgelbauer Bosch betreut. Im Jahre 1961 beispielsweise benutzte ein Schallplattenproduzent die noch funktionierende Welte-Philharmonie-Orgel in Wipperfürth zur Aufnahme von Schallplatten mit vom Komponisten Max Reger im Jahre 1913 an der Freiburger Aufnahmeorgel eingespielten Musikrollen. Diese wurden unter dem Titel „Max Reger spielt eigene Orgelwerke“ bei der Firma Electrola in Köln veröffentlicht (1961: 1C 053-28925) und erschienen später als „Regel spielt Reger“ auch bei Columbia. Das Instrument stellte sich als bestens geeignet für diese Aufnahmen heraus, entsprach es doch in seiner Registrierung weitgehend der Aufnahme-Orgel von Freiburg, auf welcher Reger gespielt hatte. Als nach einem Wechsel in der Firmenleitung in Wipperfürth der Festsaal zu einem Lagerraum umgebaut werden sollte, suchte man lange Zeit vergeblich nach einem Käufer für die Orgel. Schließlich wurde Heinrich Weiß, der Gründer des Museums für Musikautomaten Seewen, auf das Instrument aufmerksam und erwarb es für seine Sammlung. Nach der Überführung in die Schweiz investierte Weiß rund 1500 Stunden in den Aufbau der Orgel und ließ sie durch Werner Bosch intonieren. Am 30. Mai 1970 fand in Seewen die feierliche Einweihung der Orgel statt. Bosch selbst war von der Sammlung in Seewen und der Rettung „seiner“ Welte-Philharmonie-Orgel so angetan, dass er Weiß 1230 Mutterrollen der Firma Welte zum Kauf anbot, welche sich aus dem Nachlass der Firma in seinem Besitz befanden. So kommt es, dass das Museum für Musikautomaten Seewen heute nicht nur ein außerordentliches Instrument mit einer außerordentlichen Geschichte besitzt, sondern auch entsprechende Originalaufnahmen dazu in der Sammlung des Museums vorhanden sind. Neben Max Reger wurden auf den Musikrollen damals namhafte Künstler wie Harry Goss-Custard, Edwin Lemare, Alfred Hollins, Joseph Bonnet, William Wolstenholme, Eugène Gigout, Clarence Eddy, Marco Enrico Bossi, Karl Straube oder Günter Ramin verewigt.

 
Diese Zeichnung des Treppenhauses der Britannic, des Schwesterschiffes
der Titanic, zeigt, wie die Orgel an Bord ausgesehen hätte
 

Im Zuge von Renovationsarbeiten musste die Orgel im Jahre 1998 nach rund dreißig Jahren Dienst ausgebaut und eingelagert werden. Das Museum wurde damals renoviert und erweitert und im Jahre 2000 mit zusätzlichen Räumlichkeiten wiedereröffnet. Die große Attraktion des alten Museums blieb jedoch eingelagert. Eine Restaurierung der Orgel wurde erst im Jahre 2006 in Angriff genommen und soll im Spätsommer 2007 abgeschlossen werden. Und im Zuge dieser Renovationsarbeiten entdeckte man nun die eingestanzten Hinweise auf die Britannic. Die Orgel wird im Herbst 2007 unter anderem an einem Tag der offenen Tür und an zwei Konzertabenden einer breiteren Öffentlichkeit wieder vorgestellt. Sie wird auch im neuen Museum für Musikautomaten und an neuem Ort – nämlich im großen KlangKunst-Saal – ein zentraler Teil der Sammlung bleiben. Die Orgel wird zum Bestandteil einer neu konzipierten Führung und am neuen Standort vermehrt auch für Konzerte genutzt. Die restaurierte Welte-Philharmonie-Orgel des Museums für Musikautomaten bzw. der Britannic von 1913/14 mit entsprechenden Originalaufnahmen ist musikgeschichtlich ein äußerst wertvolles Instrument. Die Musikrollen können auf einem nahezu authentischen Instrument wiedergegeben werden, was Rückschlüsse auf die Interpretation von Musikwerken der damaligen Zeit erlaubt – Rückschlüsse auf die Aufführungspraxis einer Zeit, in welcher noch fast keine Orgelaufnahmen für Schallplatten gemacht wurden.

David Rumsey ist überzeugt: „Alles weist darauf hin, dass diese Orgel auf der Britannic ihren Dienst hätte verrichten sollen, sie scheint im Sommer 1914 jedoch wieder ausgebautund bei Welte in Freiburg eingelagert worden zu sein – dort erlebte sie den Untergang des Schiffes und das Ende des Ersten Weltkriegs. Vom Umfang her war es eine recht viel größere Orgel als diejenige, die wir von der Titanic kennen. Orgeln auf Schiffen begannenmit dem Organisten-Kapitän Nemo im Roman Zwanzigtausend Meilen unter Meer von JulesVerne im Jahre 1869/70. An und für sich aber wurde in Wirklichkeit nur zweimal versucht, diese Fiktion in die Wirklichkeit umzusetzen, dies etwa 40 Jahre später für Titanic und Britannic. Es ist bemerkenswert, das beide Orgeln es geschafft haben, irgendwie ihremSchicksal zu entgehen. Anstatt auf dem Meeresgrund zu liegen, finden sich beide nun auf trockenem Land wieder, weit entfernt vom Griff der Ozeane. Das Museum in Seewen liegt610 Meter über Meer!“

Termine:

 - Restauration der Orgel: April 2006 bis April 2007

- Aufbau und Intonation im Museum für Musikautomaten: Mai bis September 2007

- Beauftragte Firma: Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

- Orgelkommission: Dr. Christoph E. Hänggi, Georg Hofmeier, Bernhard Prisi, David

Rumsey, Dr. h.c. Heinrich Weiss

- Tag der offenen Tür: 14. Oktober 2007

- Konzert mit David Rumsey: 3. November 2007

- Konzert mit George Gruntz: 10. November 2007

 

Dr. Christoph E. Haenggi

Museum für Musikautomaten

CH-4206 Seewen

Schweiz

 
August 2007 - „Mein Großonkel ist für den Untergang der Titanic verantwortlich!“
 
 

Großneffe des Ausgucks Reginald Lee besucht Titanic-Ausstellung in der Ostseehalle

Als Mr. James Kenroy die Ausstellung „Titanic – Einladung zu einer Zeitreise“ in der Kieler Ostseehalle betrat, gab er sich zunächst als ganz normaler Besucher aus und nahm an einer englischen Führung teil. Beim Anblick der original Schiffsglocke der Titanic in der „Bell Gallery“ der Ausstellung jedoch ließ er die Katze aus dem Sack: Der Bruder seiner Großmutter war kein geringerer als Reginald Lee, einer der beiden Ausgucks, die in der berühmt gewordenen Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 hoch oben im Krähennest der Titanic saß, um ein mögliches Objekt, das dem Schiff zu nahe kommen könnte, unverzüglich der Brücke zu melden.

Reginald Lee überlebte den Untergang des Schiffes in Rettungsboot Nummer 13. 1500 andere Menschen starben jedoch in jener Nacht, da sie keinen Platz im Rettungsboot einnehmen konnten. Als einer der ersten Zeugen sagte Lee am 2. Mai 1912 vor dem Untersuchungsausschuss des britischen Handelsministeriums, dass die Katastrophe analysierte und nach einem Schuldigen suchte, aus. Er wurde mehrere Male verhört und starb am 5. August 1913, von Schuldgefühlen zerfressen, in England.

Über 94 Jahre nach seinem Tod stand nun in der Ostseehalle wieder ein Mitglied seiner Familie vor dem Instrument, das Le in jener Nacht selbst nicht benutzte, da er den Eisberg erst nach seinem Kollegen ausgemacht hatte: die Alarmglocke aus dem Krähennest der Titanic.

Die Glocke ist eines der 300 original Artefakte, die bis zum 12. August 2007 in der Kieler Ostseehalle zu sehen sind. Darunter befindet sich auch die Steuerradkonsole, in der in der kalten Aprilnacht Robert Hichens gestanden hatte, sowie der Maschinentelegraf von der Brücke. Bis heute zeigt dieser „Volle Kraft zurück an“, das letzte Kommando des ersten Offiziers in jener Nacht.

Bei einem Stück Bordwand der Titanic, das jeder Besucher anfassen darf, war die Ergriffenheit von Mr. Kenroy besonders groß. Er versprach, seine Hand so lange wie möglich nicht mehr zu waschen - hatte er doch durch das Stück Titanic indirekt seinen Ahnen Reginald Lee berührt.

 
 
 
 
 
August 2007 - Kieler Titanic-Ausstellung zu Ende - erwartete Besucherzahl nicht erreicht
 

90.000 Besucher hat die Ausstellung „Titanic: Einladung zu einer Zeitreise“ in der Kieler Ostseehalle gezählt. Der Veranstalter „Moderne Welt“ aus Stuttgart hatte bei seinen Kalkulationen mit einer weitaus höheren Besucherzahl gerechnet. Pressesprecherin Raphaela Ciblis wies in einem Interview mir der Deutschen Presseagentur (dpa) den Vorwurf, der Eintrittspreis sei mit durchschnittlich 16,00 € pro Person zu hoch gewesen, von sich.

Die begeisterten Besucherstimmen in den Gästebüchern zeigen dem Veranstalter, dass die Menschen, die sich ansprechen konnten, ihre Zeitreise in vollen Zügen genossen haben. Vor allem die geführten Touren durch die Ausstellung waren, trotz Aufschlag auf den Ticketpreis, sehr gut angenommen worden Aus ganz Deutschland waren die Besuchern gekommen, um sich die 300 Artefakte und die Nachbauten der Titanic anzuschauen.

Die beiden letzten Ausstellungswochen waren die besucherstärksten gewesen. Das Ergebnis: „Titanic: Einladung zu einer Zeitreise“ wurde zum verkaufsstärksten Event beim Internetticketanbieter „eventim.de“.

Im Newsarchiv sind mehr Informationen zur Ausstellung zu finden. Zudem findet sich hier eine Bildergalerie der Ausstellung.

 
Oktober 2007 - Titanic-Überlebende Barbara Joyce West gestorben
 

Am 16. Oktober 2007 verstarb in der englischen Stadt Truro die Titanic-Überlebende Barbara Joyce West im Alter von 96 Jahren. Am 5. November fand die Beisetzung statt.

Barbara Joyce West hatte die Titanic in Southampton zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester als eine Passagierin in der Zweiten Klasse betreten. Nur sie überlebte zusammen mit Mutter und Schwester. Nachdem sie mit der Celtic nach England zurückgekehrt waren, lebte sie ein sehr zurückgezogenes Leben und sprach so gut wie nie über ihre Verbindung zur Titanic.

Nachdem Tod von Barbara Joyce West gibt es weltweit nur noch eine Überlebende der Titanic-Katastrophe: die heute 95 Jahre alte Millvina Dean.

 
2008 - Deutsche Titanic-Forscherin bringt neues Buch auf den Markt
 

Nach Vortrag bei Kieler Titanic-Ausstellung hat Susanne Störmer die Ergebnisse und Thesen ihrer neuesten Forschungen  nun in gebundener Form veröffentlicht

Lesen Sie nun die Buchbesprechung von:

Dustin Kacmarczyk, Mitglied der Bücher-AG und Autor der Rubrik "Aus der Schiffsbücherei" in "Der Navigator"

Susanne Störmer zählt zu einer der führenden Titanic-Forscherinnen Deutschlands. Den meisten wohlbekannt als Mitbegründerin des TIC und Historikerin, hat sie die meisten Bücher zum Thema in Deutschland veröffentlicht. Mit ihrer Biographie des 1. Offiziers hat sie auch international Beachtung erlangt und brachte im Jahre 2003 eine deutschsprachige Übersetzung eines Buches über die Californian-Thematik heraus.

Kritische Fragen zu stellen und einen offiziell anerkannten Sachverhalt zu hinterfragen ist immer eine heikle Sache, da man Gefahr läuft, gegen manifestierte Meinungen zu rennen. In ihrem neuen Buch „Dampfer Titanic – Eisbergvoraus“ widmet sich Susanne Störmer drei bisher kaum groß hinterfragten Bereichen: die Eiswarnungen am 14. April, die letzte Wache und das Ausweichmanöver. Allgemein ist bekannt, dass Eiswarnungen am 14. April auf der Titanic eintrafen, doch welche Meldung genau was aussagte bzw. welche an die Brücke weitergeleitet wurden und welche Offiziere von welcher Meldung Kenntnis hatten, ist da schon schwieriger zu eruieren. Auch die Anwesenheit des Kapitäns auf der Brücke vor der Kollision ist in einschlägigen Büchern klar definiert und auch das Ausweichmanöver hat seinen Platz in der Geschichte gefunden. Es ist gewagt sich gegen solche „Tatsachen“ zu erheben, doch sind bei diesen drei Punkten zu viele Vorgänge und Ereignisse im Dunkeln geblieben und zu wenig plausible Antworten gefunden worden. Im Laufe der Jahrzehnte sind viele Aussagen so zurechtgebogen worden, wie man sie als Autor vielleicht gebraucht hat. Susanne Störmer hat sich mit den offiziellen und schriftstellerischen Versionen so nicht zufrieden gegeben und den Aussagen der Überlebenden neue Beachtung geschenkt. Es ist eine Detektivarbeit, die aber durchaus nicht vergebens war. Wer mit diesem Buch unvoreingenommen „ins Gericht“ geht, wird neue und spannende Sichtweisen vorfinden. Denn nach Aussagen von überlebenden Offizieren ist es gar nicht so klar, wann der Kapitän auf der Brücke war und wann nicht  oder welcher Offizier welche Eiswarnung wann gesehen hat und sich später versucht hat, sich nicht mehr daran zu erinnern. Denn eines ist klar: Es waren Menschen die vor Untersuchungsausschüssen aussagten und teilweise durchaus eigene Interessen daran hatten, u. a. weiter bei der Reederei beschäftigt zu bleiben. Warum beklagte sich der Ausguckposten Fleet im Rettungsboot, dass man seinen Warnungen keine Beachtung im Vorfeld schenkte? Warum war das Ausweichmanöver nicht so stark von den Passagieren zu spüren, wie es eigentlich hätte zu spüren sein müssen, wenn es so gegeben worden war? Warum veränderten die Befragten z. T. ihre Meinung vor dem britischen Untersuchungsausschuss? Hier kommt die Autorin mit neu ausgelegten Quellen zum tragen. Hauptquellen sind die beiden Untersuchungsausschüsse und es ist eine reine Quellenarbeit, denn heute kann man keinen Beteiligten mehr fragen. Susanne Störmers Theorien sind ein klarer Beweis dafür, dass das Thema „Titanic noch nicht „abgegrast“ ist und es noch ein paar Dinge gibt, die es zu klären gilt, insofern man sie heute überhaupt noch klären kann. Man muss sicherlich der Autorin nicht in allen Punkten zustimmen, doch es bietet neues Diskussionsmaterial und belebt so „unser“ Thema mit weiteren Aspekten, die es wert sind, „durchgekaut“ zu werden. Ihre Theorien sind plausibel aufgebaut und bieten neue Denkansätze. Ob sich die hier vorgestellten Sichtweisen gegenüber den  vermeintlich anerkannten „Fakten“ der Untersuchungsausschüsse durchsetzen können, ist eine andere Frage. Aber das Buch ist ein hervorragender Beweis dafür, dass es immer mehr als eine Sichtweise zu einer Sache gibt. Spannendes Lesen ist garantiert!  Dustin Kacmarczyk

Dampfer Titanic: Eisberg voraus
- Die letzten Stunden vor der Kollision neu untersucht -
Susanne Störmer
Books on Demand GmbH 2007
136 Seiten, 39 Abbildungen, broschiert
ISBN: 978-3-8370-0889-0

 
Carl Spencer tot
 

Carl Spencer gestorben

 

Der 37 Jahre alte Wracktaucher Carl Spencer starb am Sonntag, den 24.05.2009 an Folgen der sog. Taucherkrankheit nach einem Tauchgang zur "Britannic", dem Schwesterschiff der "Titanic". Spencer war 2006 auf der Jahreshauptversammlung des TIC Special Guest und hatte einen packenden Vortrag über seine vergangen Tauchgänge gehalten. In Gedanken sind wir bei seiner Frau und seinem Sohn.

 
Millvina Dean gestorben
 

Millvina Dean gestorben

 

Die letzte Überlebende der Titanic, Millvina Dean, starb am Morgen des Pfingstsonntag am 31.5.2009 in einem Pflegeheim in Southampton.

Millvina Dean hatte am 10. April 1912 in Southampton zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern die "Titanic" betreten. Sie war als knapp zehn Woches altes Baby die jüngste Passagierin der "Titanic". Der Vater hatte den Untergang nicht überlebt.

Mit dem Tod der 97jährigen hat die letzte Überlebende der berühmtesten Schiffskatastrophe der Menschheit die irdische Welt verlassen.

Am 24. Oktober 2009 findet in Southampton eine öffentliche Trauerfeier statt.

 

Gloria Stuart verstorben

Im Alter von 100 Jahren ist die durch den Kinofilm "Titanic" weltweit bekannt gewordene US-Schauspielerin Gloria Stuart gestorben. Wie ihre Familie mitteilte, starb Stuart am 26.09.2010 in ihrem Haus in Los Angeles. Sie war vor fünf Jahren an Lungenkrebs erkrankt.

Sie hatte in James Camerons Kinoerfolg "Titanic" aus dem Jahr 1997 die Rolle einer Überlebenden der Schiffskatastrophe, Rose Calvert, gespielt. In dem Film erinnert sie sich an ihre Erlebnisse auf dem Schiff und berichtet von ihrer Romanze an Bord. Kate Winslet stellt in dem Film die junge Rose dar, Leonardo DiCaprio verkörpert ihren Liebhaber Jack Dawson.

Stuart erhielt für ihre Rolle der 101-jährigen Rose im Alter von 87 Jahren ihre erste Oscar-Nominierung. "Ich wusste, das war die Rolle, auf die ich so viele Jahre gewartet hatte", schrieb sie in ihrer 1999 erschienenen Autobiografie.

Gloria Stuart war bereits in den 30er Jahren eine begehrte Hollywood-Schauspielerin gewesen, hatte sich aber laut der Filmdatenbank IMDB Ende der 40er Jahre aus dem Filmgeschäft zurückgezogen und sich erfolgreich der Malerei gewidmet. Erst in den 70er und 80er Jahren übernahm sie wieder Rollen für Kino- und Fernsehfilme. Eine Brustkrebs-Erkrankung überstand Stuart, die von ihrer Tochter als "sehr starke Frau" beschrieben wurde.

 

RMS Titanic Inc. taucht zum Wrack

Mitte August 2010 brach die amerikanische Gesellschaft "RMS Titanic Inc." in Zusammenarbeit mit dem Woods Hole Institut zu einer Expedition zum Wrack der Titanic aus.

Ziel soll die "virtuelle Bergung" des Wracks - also eine lückenlose bildliche Dokumentation der Titanic und des Trümmerfeldes sein.

Angeblich ist es nicht Ziel der Unternehmung, weitere Gegenstände aus der Tiefe zu bergen.

Aktuelle Infos gibt es auf der offiziellen Homepage unter:

http://www.expeditiontitanic.com/

und auf der Facebook-Seite

http://www.facebook.com/rmstitanicinc

 

US-Gericht urteilt: Titanic-Artefakte gehören Bergungsfirma

Glocke


Am 18. August 2011 entscheid die amerikanische Richterin Rebecca Smith, dass die Artefakte, die RMS Titanic Inc. seit Mitte der 1980er Jahre geborgen hat, nun in das Eigentum eben dieser Firma übergehen sollen. Im Klartext heißt das: Nun dürfte diese Firma – wenn auch nur unter scharfen Auflagen – einzelne Stücke verkaufen.

Mehr Infos unter http://hamptonroads.com/2011/08/norfolk-judge-awards-rights-titanic-artifacts