Die Titanic im Modellbau

von Wolfgang Skudlarek

Wer von den Titanic-Freunden möchte nicht zumindest ein kleineres Modell sein Eigen nennen? Fertigmodelle sind teuer, der Eigenbau kompliziert – die Lösung verspricht ein Bausatz. Tips und Tricks, wie selbst Anfänger ein ansehnliches Modell bauen können, zeigt dieser Beitrag.

Einführung

Der Modellbausatz, der hier besprochen wird, stammt von der Firma Revell (Bausatznummer 05215) und ist zum Preis von ca. 16 Euro überall zu haben; Klebstoff und Farben schlagen gesondert zu Buche.

Die Firma Revell stellt seit Anfang der fünfziger Jahren (und einige Jahre später auch in Deutschland) Kunststoffmodellbausätze her. Tradition bei Revell ist es, Modelle ist stark unterschiedlicher Qualität zu produzieren: Die Palette reicht von Modellen mit hoher Präzision und Originaltreue, die höchsten Ansprüchen gerecht werden, und, ja leider, auch Modellbausätzen, die nur unter Mühen und vielen eigenen Verbesserungen erst ansehnlich und authentisch werden. Unsere Titanic, die wir nun bauen wollen, gehört leider zur letzteren Kategorie. Die Bauteile passen schlecht und müssen vor der Montage intensiv nachgearbeitet werden, wichtige Details des Originals fehlen und einige Fehler lassen sich überhaupt nicht korrigieren. Dennoch ermöglicht dieses Modell einen guten Gesamteindruck über das Schiff.

Vorbereitungen

Wer sich noch nie mit solch einem Bausatz befaßt hat, braucht natürlich neben dem eigentlichen Modell eine Grundausstattung:

  • Die benötigten Farben sind der Bauanleitung zu entnehmen (auf der Packung sind nur die wichtigsten Farben abgedruckt)
  • Polystyrol-Klebstoff in der Tube (Flüssigkleber hält schlecht, empfehle ich nur bei Kleinteilen)
  • Seitenschneider, Bastelmesser (gibt`s auch von Revell), Pinzette, Tesa-Film, Wäscheklammern, feines Schmirgelpapier 
  • Satz Pinsel (empfehle ich auch von Revell) 
  • optional: Bohrer, Laubsäge, schwarzes Nähgarn 
  • Unterlage (gut eignet sich eine große Bildermappe aus Pappe)
  • Pinselreiniger
  • Zur Ergänzung unserer Titanic müssen wir Ersatzteile bei der Abteilung X der Firma Revell bestellen (Teileliste am Ende)
  • und viel Geduld!

Die Sicherheitshinweise am Ende der Bauanleitung bitte beachten!

Wer ganz sicher gehen will, daß seine Titanic gelingt, dem empfehle ich, sich in den Modellabteilungen einmal umzusehen. Oft gibt es Schiffsmodellbausätze schon für ein paar Mark im Wühltisch: Damit können wir alle Techniken und Tricks vorab üben, denn auch hier gilt: Das meiste liest sich leicht und in der Praxis geht`s schief!

Nachdem wir uns nun mit dem nötigen Material eingedeckt haben, müssen wir noch einige Grundsätze beherzigen, damit unser Modell gelingt:

  • Möglichst alle Teile vor der Montage bemalen, die Kleinteile am Materialsteg
  • Farben gut aufrühren und niemals zu dick auftragen, lieber nach dem Trocknen erneut streichen 
  • Erneuten Anstrich erst nach 24 Stunden aufbringen (auch wenn sich die Farbe nach ein paar Stunden trocken anfühlt!)
  • Klebstoff sparsam verwenden! Genaugenommen wird nicht geklebt, sondern geschweißt: Der Klebstoff löst die Oberfläche der beiden Kunststoffteile an. Nach dem Verdunsten des Lösungsmittels härten die Klebestellen aus. Benetzt der Klebstoff sichtbare Oberflächen des Modells, so werden diese irreparabel beschädigt. Die Klebestellen müssen daher frei von Farbe sein!
  • Bauteile niemals vom Spritzsteg abbrechen, sondern mit dem Seitenschneider oder dem Bastelmesser abschneiden. Verbleibende Rückstände vorsichtig abschmirgeln
  • Alle Teile vor dem Verkleben auf Paßgenauigkeit prüfen (sind große Teile wie Decks oder Rumpfhälften verzogen, nicht gewaltsam zusammenpressen. Die betroffenen Teile unter kochendem Wasser biegsam machen und entsprechend in Form bringen; Das geht natürlich nur vor dem Farbanstrich!).

Es geht los!

Wir beginnen mit der Baustufe 1. Nachdem wir festgestellt haben, daß alle Teile passen , beginnen wir mit dem Anstrich (die Farbvorschläge von Revell sind im Allgemeinen sehr authentisch). Gleich hier werden mit einem fatalen Fehler im Modell konfrontiert, der sich merkwürdigerweise in allen Titanic-Modellen (Entex/Revell/Academy) wiederfindet: Die großen Fenster der 2. Klasse-Promenade auf dem C-Deck sind zu tief gerutscht (normalerweise sind die Unterkanten der Bullaugen des C-Decks auf der gleichen Höhe der unteren Fensterkante der 2. Klasse-Promenade, im Modell jedoch  an der oberen). Das wäre normalerweise nicht so schlimm, jedoch wird es schwierig, eine saubere Kante zwischen dem schwarz gestrichenen Teil des Rumpfes und dem weiß gestrichenen Teil der Aufbauten zu ziehen, weil die Unterkante der Fenster unter der Oberkante der achteren Welldeckbrüstung abschließen.

 Titanic Revell 1-570 Bild 1 - Original

Original

Titanic Revell 1-570 Bild 2 - Modell unbearbeitet

Modell – noch ohne Farbe

Als Lösung kommt nur in Frage, die Trennungslinie so nah wie möglich an die Unterkante der Fenster heranzubringen (dabei bleibt unweigerlich ein Rand an der Welldeckbrüstung zurück: Entweder ziehen wir einen weißen Strich zum Aufbau des Poopdecks, oder malen den Rand braun an (als Holzleiste).

Titanic Revell 1-570 Bild 3 - Modell bemalt

Die Lösung für das Problem der zu tief angesetzten Fenster beim Modell.

Wir beginnen also mit dem weißen und dem roten Teil des Rumpfes. Nach 24 Stunden können wir den schwarzen Teil des Rumpfes bemalen. Mit Tesa-Film erhalten wir einen sauberen Rand. Nach dem Anstrich sofort die Klebestreifen entfernen! Aufgetretene Fehler beseitigen wir einen Tag später.

Einen weiteren Mangel des Modells müssen wir nun in Angriff nehmen: Die Deckreling des Schiffes ist lediglich als massive Wand ausgeführt (die Reling gehört zu den filigranen Teilen eines Schiffes und ist schon aus kurzer Distanz nicht mehr zu erkennen. Diese Unsichtbarkeit prägt entscheidend die Silhouette eines Schiffes. Viele Modellhersteller verzichten sogar ganz auf die Reling. Die massive Ausführung beim Titanic-Modell stört die elegante Linienführung der echten Titanic erheblich, da alle Aufbauten höher wirken), wir müssen also nachbessern: Professionelle Modellbauer würden diese Reling absägen und durch ein Drahtgitterwerk ersetzen. Davon rate ich aber entschieden ab, weil unser Modell nachhaltig beschädigt werden könnte. Wir bedienen uns besser optischer Tricks. Zunächst bringen wir einen weißen Anstrich im Bereich der Reling auf (gut trocknen lassen). Danach überstreichen wir die weiße Farbe mit mittelgrauer Farbe. Sobald sie angetrocknet (nicht ausgetrocknet) ist, kratzen  wir vorsichtig die Silhouette der Reling mit einem Bastelmesser heraus. Diese Aktion gilt natürlich für die gesamte Relings unseres Modells. Die Mühe wird sich lohnen!

Titanic Revell 1-570 Bild 4 - Reling

 

Im Bauplan fehlt der Hinweis, daß der innere Teil der Welldeckbrüstung und in gleicher Höhe die C-Deckaufbauten, sowie die unter Hälfte der Elektrokransockel rotbraun gestrichen werden müssen (gilt für beide Decks, 7 und 8). 

Die Bullaugen des C-Decks heben wir mit dunkelgrauer Farbe hervor (mit der Pinselspitze und sparsamer Farbe vorsichtig austupfen; fehlende Bullaugen am Heck nicht vergessen!).

Wer sein Modell mit einer Takelage ausrüsten möchte, muß sich dafür bereits jetzt entscheiden: Zur Befestigung der Takelage, die an den Decksseiten angebracht ist, schneiden wir etwa 2 mm mit dem Bastelmesser in die seitliche Deckkante hinein. Darin verklemmen wir das Nähgarn und fixieren es von unten mit einem Tropfen Klebstoff. Zur Befestigung von Takelage, die in die Decksmitte führt, bohren wir an den entsprechenden Stellen ein 1 mm starkes Loch. Der Faden wird an der Unterseite verknotet und ebenfalls mit einem Tropfen Klebstoff fixiert. Alle Fäden möglichst lang lassen, da wir nach der Montage der Decks auf den Rumpf keine Korrekturen mehr vornehmen können.

Nach diesen Aktionen alle Teile gemäß Bauanleitung montieren.

In der Baustufe 2 müssen  wir weiteren Unzulänglichkeiten ausgleichen. Beginnen wir mit den Auslegern der Elektrokräne. Wer möchte, kann sie im Modellzustand belassen und lediglich die etwas zu dick geratenen Stahlseile schwarz streichen. Allerdings sieht es eleganter aus, wenn wir folgende Änderung vornehmen: Das Stahlseil wird vorsichtig abgeschnitten und der Kranausleger direkt am Kranturm abgesägt. Danach die Sägekanten rechtwinklig feilen und den Kranausleger in waagerechter Position ankleben (aber vorsichtig feilen, damit der Ausleger durch Materialverlust nicht zu kurz wird!). Diese Aktion wird vor dem Bemalen durchgeführt und gilt nur für die Teile 12. Das Stahlseil bilden wir mit einem Nähgarn nach.

 

Tip: Kurze Takelage, z.B. bei den Kranauslegern, den Rettungsbooten oder den Schornsteinabspannungen, können wir sehr gut aus den Materialstegen herstellen: Steg über einer offenen Flamme  erhitzen und auseinanderziehen. Dabei wird er immer dünner.  Ist die erforderliche Stärke erreicht, kurz erkalten lassen  und in die gewünschte Länge schneiden. Diese Takelage hat den Vorteil, daß wir sie auch nachträglich (ohne  Bohrungen u.ä.) anbringen können. Anstrich natürlich nicht vergessen.

Die Kräne nach eigenen Vorstellungen positionieren; die vorderen Kräne fanden allerdings entgegen der Bauanleitung ihre Ruheposition parallel zur Front des C-Deckaufbaus.

Gemäß Bauanleitung ist auf dem Poopdeck ein Drucklüfter (Bauteil 11) zu montieren. Tatsächlich fehlen auf diesem Deck sieben weitere Lüfter; diese in der Abteilung X von Revell nachbestellen und nach Bild 3 montieren.

Titanic Revell 1-570 Bild 5 - Achterdeck

Tip: Vor der Montage die Öffnungen der Lüfter vorsichtig aufbohren, danach anmalen. Nach vielen Bauanleitungen sind die Öffnungen von Lüftern rot anzumalen, Originalfotos zeigen jedoch, daß die Lüfter innen tatsächlich weiß angestrichen waren. Mit dieser Dreidimensionalität erzielt man eine tolle optische Wirkung!

Mit der Baustufe 3 wollen wir nun Fenster mit Farbe nachbilden (Bauteil 14, B-Deck, 2.Klasse Empfang/Rauchsalon). Zunächst streichen wir die äußeren Wände der Aufbauten mit der gleichen grauen Farbe, mit der wir die C-Deck-Bullaugen gestrichen haben (Farbe 24 Stunden trocknen lassen). Danach ziehen wir mit einem feinen Pinsel jeweils einen weißen Strich am oberen und unteren Drittel der Aufbauten, danach senkrechte weiße Linien (siehe Bild 4), so daß im Bereich der Fenster die graue Farbe sichtbar bleibt. Im Modell sind keine Fensterprägungen vorhanden, aber jeder Titanic-Freund weiß, wo Fenster hingehören. Nachdem die Aufbauten bemalt sind, streichen wir das Deck. Alle anderen Arbeitsgänge (Reling und Elektrokräne) wie bereits erläutert durchführen.

Titanic Revell 1-570 Bild 5 - Oberdeck

Die Aufbauten des A-Decks entsprechen ebenfalls nicht dem Original und sind als gerade, durchgezogene Wand ausgeführt.

Da dieses Teil zusammen mit dem Bootsdeck (Teil 21) zur wesentlichen Stabilität des Modells beiträgt, dürfen Eingriffe, wenn gewünscht, nur unter größter Sorgfalt durchgeführt werden. Wenn die gerade Wand des A-Decks entfernt und durch authentisch angeordneten Wände ersetzt werden soll, darf keinesfalls dieses Dreck brechen!

Als Baumaterial nehmen wir Polystyrol-Platten (gibt`s in verschiedenen Stärken  im Fachhandel). Da dieser Bereich des Modells aber später kaum sichtbar sein wird, muß dieser Eingriff nicht unbedingt vorgenommen werden und wir können uns mit der vorhanden Ausführung begnügen, lediglich im offenen Teil des A-Decks bilden wir mit Pinsel und Farbe die Fenster nach.

Auch in der Baustufe 4 korrigieren wir einige Fehler. Zunächst benötigen wir von der Abteilung X weitere Ersatzteile, nämlich die zweimal die Teile 26 für die Boote C und D, die im Modell fehlen. Vor der Montage der Teile 16 (Boote 1-8) müssen  wir die Boote 1 und 2 ausschwingen. Wir entfernen die Verbindungen Boote zur Sockelleiste, sägen in diesem Bereich die Bootsdavits am Sockel ab und trennen die Verbindungen zu den benachbarten Davits, so daß Boot 1 und 2 mit den dazugehörenden Davits isoliert sind. Im ausgeschwungenen Zustand kleben wir Boote und Davits fest (diese Arbeitsgänge vor der Bemalung durchführen). An den gewonnenen Plätzen nach der Bemalung des Decks, Boote C und D montieren. Die Bemalung der Aufbauten und Reling wie bereits beschrieben. Aus Abfallteilen stellen wir ein fehlendes Dampfrohr her, welches zwischen dem Sockel des 4. Schornsteins und dem Dach des Aufbaus (Eingang 2. Klasse) montiert wird.

Schwieriger zu korrigieren ist ein Fehler im Bereich der Brücke. Im Modell sind die seitlichen Öffnungen direkt hinter der Brückenfront, tatsächlich liegen diese Öffnungen etwas weiter achtern, direkt an den Aufbauten der Offiziersunterkünfte. Wir gehen wie folgt vor:

Die falsch plazierten Brückenaufbauten vorsichtig absägen, das Loch im Deck mit einem passenden Polystyrolplättchen schließen und die Aufbauten entsprechend dem Original nachbilden. Die Mühe wird sich lohnen!

Wer die Schorsteinabspannungen mit Nähgarn nachbilden möchte, muß bereits jetzt die Vorarbeiten leisten: An den entsprechenden Stellen 1 mm starke Löcher in das Bootsdeck  bohren, das Nähgarn hindurchziehen und an der Unterseite des Decks mit einem Tropfen Klebstoff fixieren.

Schwierig zu bemalen sind die Gehäuse der achternen Treppenkuppel und des Maschinenschachtes. Zuerst bemalen wir die Gläser grau, nach Trocknung werden mit einem feinen Pinsel die weißen Verstrebungen bemalt (ruhige Hand ist erforderlich! Farbe sparsam verwenden! Am Besten vorher üben). Alle anderen Arbeitsgänge, wie bereits erläutert.

Baustufe 5 kann ohne Änderung durchgeführt werden, wer möchte kann lediglich die Öffnungen der Lüfter aufbohren.

In der Baustufe 6 muß ein Fehler korrigiert werden: Im Bereich des ersten Schornsteinsockels fehlt vorne das Gehäuse des Lüftungsschachtes, die hierfür vorgesehene Aussparung ist jedoch merkwürdigerweise vorhanden. Wir benötigen das Bauteil 27 als Ersatzteil, um hieraus ein weiteres Gehäuse zu gewinnen: Aus dem Ersatzteil sägen wir ein passendes Gehäuse heraus, bearbeiten es entsprechend. Danach an der fehlenden Stelle montieren.

In der Baustufe 7 besteht, neben einer exakten Montage der großen Bauteile (Paßgenauigkeit unbedingt vorher prüfen), die einzige Schwierigkeit darin, die hölzernen Rahmen der Fenster der Brücke nachzubilden: Zunächst bemalen wir die Fensterrahmen. Nach dem Trocken wird mit feinem Pinselstrich (mit zur Oberfläche möglichst parallelen Pinselstrichen) und sparsamer Farbe die Brückenfront weiß gestrichen. Mit den braunen Fensterrahmen erreichen wir ebenfalls eine hervorragende optische Wirkung!

In der Baustufe 8 bohren wir zunächst 1 starke Löcher direkt unterhalb der schwarzen Schornsteinkragen, in der wir die vorbereiteten Abspannungen aus Nähgarn einziehen (es sei denn, wir haben uns für Abspannungen aus gezogenen Kunststoffsdrähten entschieden, die wir am Ende der Schornsteinmontage ankleben). Alle eingezogenen Garne verdrallen, bis sie unter Spannung stehen. Mit einer Wäscheklammer fixieren und mit Klebstoff zusammenkleben. Nach dem Aushärten die überschüssigen Längen abschneiden und die Schornsteinkappen aufkleben (Teile 31 und 35).

In der Baustufe 9 können wir die vorbereitete Takelage an den Masten anbringen (Garne um die Masten verdrallen und mit Flüssigklebstoff fixieren).

Die Befestigung der Fahnen (Baustufe 11) laut Bauanleitung wirkt am Modell unvorteilhaft. Besser ist es, die Fahnen nicht um den Mast zu schlingen und dann zu befestigen, sondern, realitätsnah, um ein Stück Nähgarn. Dieses befestigen wir dann zusammen mit der Fahne am entsprechenden Mast.

Soll das Nähgarn eher Stahlseilen ähneln, können sie vorsichtig mit mattem Klarlack gestrichen werden.

Der letzte Schrei: Titanic bei Nacht!

Wer möchte seine Titanic beleuchten? Hier einige grundlegende Tips, wie man das realisieren kann.

Grundsätzlich gelten alle Arbeitsschritte, die vorgestellt wurden, mit Ausnahme der Bullaugen- und Fensternachbildungen mittels Farbe.  Zunächst bohren wir vorsichtig alle Bullaugen auf. Desgleichen setzen wir Bohrungen zur Öffnung (der noch nicht vorhandenen) Fenster. Mit dem Bastelmesser erweitern wir diese Bohrungen zur rechteckigen Öffnung. Ich betone gleich: Eine recht mühselige Arbeit und wenn sie unsauber durchgeführt wurde, leidet das ganze Modell. Also unbedingt vorher ausgiebig üben!

Wenn alle Fenster geöffnet wurden, müssen sämtliche Modellteile von innen deckend gestrichen werden: Ich empfehle zunächst schwarz, danach silber. Von innen kleben wir gelbes Transparentpapier gegen die Fenster und Bullaugen. Alle Klebenähte müssen lichtdicht ausgeführt sein!

Tip: Nicht mit der Anzahl der Lämpchen sparen.  Das Modell wird gleichmäßiger ausgeleuchtet, wenn  mehr Lämpchen schwächer brennen, als wenn weniger Lämpchen stärker leuchten! Ideal geeignet zur Stromversorgung ist ein Steckernetzgerät mit Schiebepotentiometer.

Bleibt die Frage der Revisionsöffnung! Irgendwann müssen wir an die Installation ran! Da sämtliche Decks mit Takelage blockiert sind (die wir ja nicht einfach aushängen können, um dann die Decks herunterzunehmen), müssen wir an anderer Stelle ansetzen:
Wir sägen den Rumpf genau an der Wasserlinie entzwei (die Sägekanten auf gar keinen Fall plan feilen, nur entgraten!!). Von innen kleben wir an dem oberen  Teil eine Kunststoffleiste rundherum. Danach setzen wir einfach das obere Teil auf das Unterwasserschiff. Keine Frage: Ein massiver Eingriff in das Modell! Bitte vorher üben!

Der Standort

Nachdem wir unser Modell vollendet haben, bleibt die Frage des Standortes. Offene Plätze lassen unsere Titanic in kurzer Zeit verstauben. Ein so verunreinigtes Modell läßt sich nicht mehr erfolgreich reinigen. Wir sollten ihr also eine kleine Vitrine gönnen: Aus einer konfektionierten Regalplatte, eine aus Plexiglas zusammengeklebte Haube, deren Klebekanten mit gebeizten und lackierten Holzleisten verkleidet sind und ein Messingschild, im Schlüsselladen graviert, lassen unser Modell sehr  professionell erscheinen und schützen dauerhaft vor Verschmutzung und Beschädigung.

Wer weitere Fragen oder Probleme bei seinem Titanic-Modell hat, kann mich natürlich jederzeit über den Verein kontakten.

Zuletzt die Liste der benötigten Ersatzteile:

Baustufe

Stück

Bauteil mit (Nummer)

2

7

Drucklüfter (11)

4

2

Rettungsboote C und D (26)

6

1

Dach der Offiziersunterkünfte (27)

Zusätzlich für den Umbau der Brücke eine Polystyrolplatte.